Familienserie

Die Börgers – eine ziemlich hungrige Familie

Samstagmorgen, der Frühstückstisch der Börgers ist liebevoll gedeckt. Jeder findet etwas für seinen Gaumen, aber auch den Ohren wird allerhand geboten, denn es gibt immer viel zu erzählen.
Thomas und Martina Börger genießen ihr Familienleben mit ihren Söhnen Michael (li.), Tobias und Stefan (re.) und sind oft zusammen. Foto: Martina Bialas © Martina Bialas

Im alten Dorfkern an der Marktstraße vereinen sich Wohnhaus und Werkstatt, sodass Raumausstattermeister Thomas Börger seiner Frau Martina und seinen Kindern Stefan, Tobias und Michael immer ein guter Ansprechpartner ist. Alle ziehen an einem Strang und unterstützen sich. Das letzte gemeinsame Werk steht im Garten.

„Die Jungs haben einen überdachten, gemütlichen Terrassenplatz für uns angelegt“, erzählt Martina Börger mit berechtigtem Stolz in der Stimme. Und das mit dem gemeinsamen Sitzen klappt auch in der Coronazeit gut: Tobias und Michael wohnen noch Zuhause, sodass Stefan als der eine erlaubte Besucher dazu stoßen darf.

Vor 44 Jahren gab es den ersten Kontakt

Vor 44 Jahren stoßen aber zuerst Thomas und Martina zusammen, auf der Party eines guten Freundes. Ein glücklicher Zufall, dass Martina, gerade 17 Jahre alt, den weiten Weg aus Dorsten nicht scheut, um ihrem Arbeitskollegen, der seine bestandene Prüfung zum Bankkaufmann feiert, zu gratulieren. Es knallen an diesem Abend nicht nur die Sektkorken, es knallt auch zwischen Datteln und Dorsten und als die Party endet, wissen Thomas und Martina, dass ihre Geschichte gerade startet.

Besuch sind kleine Abenteuer

Ihre gegenseitigen Besuche sind kleine Abenteuer, ein Auto besitzen sie nicht und der letzte Bus fährt bereits um 21 Uhr. Das tut der Liebe aber keinen Abbruch. Beiden bringen sich beruflich auf den Weg, legen zusammen einen Zwischenstopp in Münster ein, weil Thomas beruflich an ein Lehramtsstudium denkt. Aber das Handwerker-Gen seines Vaters setzt sich in ihm durch und er switcht noch einmal um.

Familienleben wird großgeschrieben

Nach einer Ausbildung zum Raumausstatter absolviert er die Meisterschule und eröffnet wieder die hauseigene Werkstatt. Martina arbeitet weiter als Bankkauffrau, bis der Nachwuchs zur Welt kommt. Der soll auf gar keinen Fall nebenher laufen, Familienleben wird großgeschrieben.

Dass sich kein Mädchen unter dem Nachwuchs findet, erstaunt niemanden. „In diesem Haus gab es noch nie Töchter“, klärt Thomas auf. Martina passt sich der jeweiligen Zeit an, sie ist als Betreuung in der Lohschule unterwegs, führt den Studienkreis in Datteln oder unterstützt als Betreuungsgehilfin die Caritas. Heute konzentriert sie sich mit auf die Firma, betreibt Kundenakquise und kümmert sich um die Werbung. Sie hofft, dass sie bald wieder mit ihrem Hobby, dem Singen, starten darf.

Viele gemeinsame Hobbys

Stefan (30), Tobias (28) und Michael (23) sind gut in ihrem Berufsleben unterwegs. Stefan hängt nach seiner Zimmermanns-Ausbildung eine weitere Lehre an, er ist heute als Industriemechaniker in einer Dortmunder Brauerei tätig.

Hier arbeitet jetzt auch Tobias nach einer Lehre zum Elektroniker auf der Auguste Viktoria, aktuell macht er nebenberuflich eine Fortbildung zum Elektrotechniker an einer Abendschule. Michael ist als Chemikant im Chemiepark Marl beschäftigt. Auch wenn das Arbeitsleben sie ein wenig auseinanderreißt, in vielen ihrer Hobbys finden sie wieder zusammen.

Eigenen Kochkurs in der FBS gegründet

Michael und Tobias kochen leidenschaftlich gerne und haben mit ihren Freunden einen eigenen Kochkurs in der Familienbildungsstätte gegründet. Tobias liebt Fernreisen und hat nach Abenteuern in Australien und Asien bereits weitere Ziele ins Auge gefasst. Skifahren, Tennis und Kinobesuche bestimmen ihr Freizeitleben.

Thomas Börger hat Verständnis, dass sich keiner seiner Söhne beruflich für den Familienbetrieb interessiert hat. „Jeder soll sich selbst entdecken“, sagt er gelassen und weiß genau, dass er jederzeit eine helfende Hand in Anspruch nehmen kann. Überhaupt gibt es nur einen einheitlich ausgemachten Gefahrenpunkt in dieser Familie: „Hunger!“

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