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Demo am Kraftwerk Datteln 4: „Laschet ist nicht der Klima-Kanzler“

Jubelnd wurde die Gruppe von Pilgern, die von Gorleben nach Lützerath laufen, von den Teilnehmern der Kraftwerksdemo empfangen. Knapp 100 Demonstranten protestierten friedlich.
Das gelbe Kreuz haben die Pilger auf ihren Etappen stets dabei. Auch am Kohle-Kraftwerk Datteln 4 ist ihr Symbol eingetroffen. © Hollenhorst

Das Kohle-Kraftwerk Datteln 4 steht bei Klimaaktivisten in ganz Deutschland im Zentrum der Kritik. Für die Pilger, die sich aktuell auf dem „Kreuzweg der Schöpfung“ befinden, ist Datteln nur eine von vielen Etappen auf ihrer Reise von Gorleben in Niedersachsen zum Dorf Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler in Nordrhein-Westfalen. Überall weisen sie mit ihrem symbolträchtigen, gelben Kreuz auf Umweltkatastrophen hin. Zuletzt waren sie unter anderem bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. „Wir haben direkt das Quieken der Schweine gehört“, berichtet eine Sprecherin der Pilger über ihre Eindrücke dieser Etappe.

„Armin Laschet ist nicht der Klima-Kanzler“

Die Pilger hatten einen der ersten Redebeiträge vor dem Tor 1 des Uniper-Geländes, wo sie jubelnd empfangen wurden, als sie sich den Weg über die gesperrte Straße „Im Löringhof“ bahnten. Während sich die Pilger friedlich verhielten, bezeichnete die Sprecherin die Aktivisten, die im Februar 2020 die Portalkratzer des Kohlemeilers besetzt hatten, als „tapfere, junge Menschen“, die sie mit einer Mahnwache vor dem Kraftwerksgelände unterstützt hatte.

Durch Veranstaltung, die am Sonntag um 16 Uhr begonnen hatte, führte Norman Schumann von der Initiative „Klima vor acht“. Er fand deutliche Worte in Richtung Politik. Datteln 4 sollte laut seiner Aussage ein Meilenstein der Klimapolitik sein, stattdessen sei auch das von den Politikern so gelobte, moderne und effiziente Kraftwerk ein großer Schaden für die Umwelt. „Bezeichnet Armin Laschet nicht als den kommenden Klima-Kanzler“, forderte er die Mit-Demonstranten auf. Denn Laschet selbst habe diesen Bau ans Netz gebracht.

Hilferuf: Aktivisten überschreiten bewusst Gesetze

Gegen den Willen von Großkonzernen und schließlich auch der Politik nichts tun zu können, darauf ging auch Caroline Loesgen-Koenig von den Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion NRW“ ein. Sie stellte die große gesellschaftliche Bedeutung von zivilem Ungehorsam heraus und zog Vergleiche zu Rosa Parks, die mit ihrem Ungehorsam die Bürgerrechtsbewegung in den USA ins Rollen gebracht hatte. Die „bewussten Gesetzesüberschreitungen“ der Initiative seien als „Hilferuf“ zu verstehen. „Wir wissen uns nicht anders zu helfen“, sagt Loesgen-Koenig. Sie fordert: Politik soll für Bürger und nicht für die großen Konzerne da sein.

Nach weiteren Redebeiträgen sowie musikalischen Beiträgen aus der Klima- und Friedensbewegung und einem kleinen Schauspiel ging die friedliche Demonstration langsam zu Ende.

Der Abend in Datteln

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