Rad-Touristik

Dattelner Grüne wundern sich über Oer-Erkenschwicks Bürgermeister

Carsten Wewers (CDU) hatte ihnen vorgeworfen, sie würden die Planungen für den Weiterbau der König-Ludwig-Trasse in Datteln verhindern. Die Grünen versichern: Sie stehen zu dem Projekt.
Beliebter Radweg: Das südliche Teilstück der König-Ludwig-Trasse soll noch in diesem Jahr asphaltiert werden. © Alexander Spieß

Die Wählergemeinschaft „Die Grünen“ in Datteln wehrt sich gegen die Behauptung des Oer-Erkenschwicker Bürgermeisters Carsten Wewers (CDU), sie würden den Weiterbau der König-Ludwig-Trasse auf dem Gebiet der Kanalstadt verhindern. Möglicherweise sei er ja der „süßen Versuchung unterlegen, alles, was umweltnah ist, mit den Grünen zu verbinden“, sagte der Fraktionsvorsitzende Marco Zerwas.

Zerwas versicherte auf Anfrage unserer Redaktion, dass Partei und Fraktion hinter dem Vorhaben stünden. Schließlich entspreche der Bau von Radwegen exakt dem, was die Grünen seit Langem forderten. Ob die Trasse jedoch exakt den geplanten Verlauf nehmen müsse und ob für den Radweg zu beiden Seiten in großem Stil in die Natur eingegriffen werden müsse, stehe auf einem anderen Blatt. Für einen Radweg sei eine Breite von vier Metern ausreichend.

Dr. Marco Zerwas, ist Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Die Grünen in Datteln. © Thomas Schönert © Thomas Schönert

Wewers hatte den Dattelner Grünen in einem Brief an Zerwas‘ Parteikollegen Armin Ziesmann aus Oer-Erkenschwick vorgeworfen, sie würden die Planung torpedieren und empfahl ihm, Kontakt mit ihnen aufzunehmen, um für die Trasse zu werben: „Sollte Ihnen die diesbezügliche Position der Dattelner Grünen tatsächlich nicht bekannt sein, rate ich zu einer umgehenden Kontaktaufnahme.“

Was Wewers den Grünen in Oer-Erkenschwick riet

Dadurch könne Ziesmann beweisen, wie ernst es ihm mit dem Einsatz für den Radweg wirklich sei. Wewers hatte den Vorstoß der Oer-Erkenschwicker Grünen, Möglichkeiten für einen vorzeitigen Bau des Radwegs zu suchen, abgelehnt. Das vorgeschlagene Förderprogramm sei für solche Vorhaben gar nicht vorgesehen. Außerdem seien die Planungen des Regionalverbands Rhein-Ruhr (RVR) schon sehr weit gediehen. 2027 soll die Verlängerung der Trasse, die sich in Recklinghausen großer Beliebtheit erfreut, fertiggestellt werden. Bremser sind laut Wewers aber die Grünen in Datteln.

Marco Zerwas sagt, er und seine Partei benötigten in Bezug auf die König-Ludwig-Trasse keine Nachhilfe durch den Oer-Erkenschwicker Bürgermeister. Und: Er könne sich lediglich vorstellen, dass Wewers die Grünen mit dem Naturschutzbund (NABU) gleichsetze. Dessen Vertreter hätten massive Bedenken gegen den Radweg geäußert – weil er sich negativ auf Tiere und Natur in diesem Abschnitt auswirke.

Echtes Interesse oder reine Wahlkampftaktik?

Wewers hatte den Grünen in der Stimbergstadt vorgehalten, „dass es Ihnen dabei weniger um die Beschleunigung beziehungsweise Verkürzung des laufenden Planverfahrens und einer zeitnahen Realisierung des Radweges geht, als vielmehr um das Bemühen, damit möglichst große öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen“. Dafür spreche „in der Tat“ auch der gewählte Zeitpunkt für die Initiative – „nämlich mitten im eher ereignisarmen Bundestagswahlkampf“, so der CDU-Bürgermeister.

Die Grünen hatten dem Rathauschef daraufhin einen „herablassenden und belehrenden Ton“ im Umgang mit ihrer Fraktion vorgeworfen – und dies geschehe nicht zum ersten Mal

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