50er-Jahre Museum

Dattelner gewinnt 1000 Euro in TV-Show

Da staunte der Dattelner Kevin Nikodem nicht schlecht, als er in seinem E-Mail-Postfach eine Einladung zur TV-Rate-Show „Kaum zu glauben“ mit Kai Pflaume vorfand.
"Kaum zu glauben", fand das Rate-Team der gleichnamigen TV-Show, dass Kevin Nikodem (28) in einem Haus lebt, das im Stil der 50er Jahre eingerichtet ist. © Sebastian Balint

Vergangene Weihnachten hatte die Dattelner Morgenpost über das 50er-Jahre-Museum des Dattelner Elektronikers Kevin Nikodem berichtet. Über einen Zeitraum von zwei Jahren sanierte er eine Zechenhaushälfte im Beisenkamp, direkt neben seinen Großeltern. Damit ging für den 28-Jährigen ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Seit dem ist viel passiert: 40 TV-Beiträge, zwei Spielfilme und Teile einer TV-Serie wurden in dem Haus gedreht, das bis ins kleinste Detail im Stil der 50er Jahre eingerichtet ist.

40 TV-Beiträge wurden bereits im 50er-Jahre-Museum von Kevin Nikodem (28) gedreht. Und die Anfragen reißen nicht ab. © Sebastian Balint © Sebastian Balint

Einladung zur TV-Show kam per E-Mail

Vor einigen Wochen erhielt er dann per Mail eine Einladung nach Hamburg zur TV-Rate-Show „Kaum zu glauben“ mit Moderator Kai Pflaume. Der Dattelner ließ sich nicht lang bitten und sagte zu. Es dauert nicht lange, bis ein Film-Team der Produktionsfirma vor der Tür der Zechenhaushälfte in der Kolonialstraße stand. Gedreht wurde ein Video-Clip, der dann später in der TV-Show zu sehen war.

Im Juni ging es dann auf Richtung Hamburg. Und der Dattelner staunte nicht schlecht, wurde ihm doch auf Kosten der Produktionsfirma ein Zimmer in einem waschechten Luxushotel zur Verfügung gestellt. „Also das war schon richtig toll“, erinnert sich der Elektroniker im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Anreise erfolgte an einem Donnerstagabend“, erzählt der 28-Jährige. Tags darauf hieß es dann um die Mittagszeit: auf zum Studio.

Dattelner besteht Outift-Check

Zum Glück sei er vor Ort von jemandem in Empfang genommen worden, erinnert sich Kevin Nikodem. „Das war alles so verworren“, berichtet er lachend. Treppauf. Treppab, linksherum, rechtsherum, einen langen Gang entlang, vorbei an zahlreichen Garderoben und überall hektisches Treiben. Erste Station für den Dattelner: der Outfit-Check. „Ich hatte vorab eine Checkliste zugeschickt bekommen, auf der genau aufgelistet war, was geht und was nicht“, sagt der 28-jährige Elektroniker.

Zu den No-Gos hätten unter anderem weiße oder schwarze, klein gepunktete oder Kleidungsstücke mit Logos darauf gezählt. „Ich musste mich wirklich einmal um die eigene Achse drehen und wurde dabei von oben bis unten genauestens unter die Lupe genommen“, berichtet Nikodem lachend. Den Outfit-Check habe er problemlos bestanden, sagt er. „Bis auf die Kappe“, schränkt er ein. „Die wollten sie mir nehmen.“ Doch der Dattelner blieb hart, auf die Kappe wollte er auf gar keinen Fall verzichten. Dann war es Zeit für die Maske: Abpudern.

90 Minuten Wartezeit mit den anderen Kandidaten

Anschließend begann das lange Warten. 90 Minuten habe er warten müssen, berichtet der Museumsbewohner. Zeit genug, sich mit den anderen Kandidaten der Show zu unterhalten, in der es darum geht, dass ein Rate-Team, bestehend aus Bernhard Hoëcker, Hubertus Meyer-Burck­hardt, Stephanie Stumph und Jörg Pilawa, einen außergewöhnlichen Beruf, ein kurioses Hobby oder ein besonderes Erlebnis zu erraten.

Durch möglichst geschickt gestellte Fragen soll das prominent besetzte Team dem Kandidaten auf die Spur kommen. Jedem Mitglied des Teams stehen 45 Sekunden zur Verfügung, um dem Geheimnis des Kandidaten auf die Schliche zu kommen. Ist diese Zeit verstrichen, erhält der Kandidat 200 Euro. Nach viermal 45 Sekunden darf sich das Team noch einmal beraten, wird das Geheimnis dann auch nicht gelüftet, gehen weitere 200 Euro auf das Konto des Kandidaten. 1000 Euro können also insgesamt erzielt werden.

Taktische Tipps vor Showbeginn

„Bevor es losging haben wir sogar noch Tipps bekommen, wie wir am besten antworten, damit das Team nicht so schnell auf die Lösung kommt“, verrät der Dattelner. So sei ihm und den anderen Kandidaten geraten worden, nach Möglichkeit nur mit Ja oder Nein auf die Fragen zu antworten. Außerdem sei es ratsam, sich kurz vor Ende der 45 Sekunden Fragerunde vor einer Antwort zu drücken, habe man den Kandidaten geraten. Moderator Kai Pflaume war Kevin Nikodem bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begegnet. „Der war ja inmitten der Aufzeichnungen“, erklärt der Museumsbesitzer. „Die zeichnen wohl immer drei Sendungen am Stück auf.“

Kevin Nikodem (28) war zu Gast in der Sendung „Kaum zu glauben“ mit Moderator Kai Pflaume. © NDR © NDR

Und dann ist es so weit: Showtime. Kevin Nikodem ist an der Reihe. „Kevin hat kein WLAN“, lautete der Hinweis, den das Rate-Team erhielt. Bernhard Hoëcker schien dem Dattelner auf die Spur zu kommen – fast. Zum Glück für Kevin Nikodem bemerkten die anderen Mitglieder des Rate-Teams nicht, dass Hoëcker auf der richtigen Spur war. Doch als Jörg Pilawa an der Reihe war, kam der Dattelner doch noch mal ins Schwitzen. „Also ich glaube, dass du Kevin“, hatte der TV-Moderator seine Vermutung anmoderiert, „dass du in einem Haus wohnst, in dem alles so ist, wie zu einem Zeitpunkt, bevor es WLAN gab.“

Mit 1000 Euro aus dem Studio gegangen

In diesem Moment habe er „richtig schiss gehabt“, sagt Kevin Nikodem. Doch Pilawa tippte das falsche Jahrzehnt und Kevin konnte schlussendlich das Studio um 1000 Euro reicher verlassen. In Erinnerung werde ihm neben dem Gewinn bleiben, wie groß Kai Pflaume sei. „Der ist so adrett gekleidet und hat einen dunklen Teint“, schwärmt Nikodem. „Außerdem ist das Studio so aufgebaut, dass er nicht so riesig im TV wirkt.“ Den Gewinn hat der Dattelner in seine geliebte „Silberdistel“ investiert, einen Mercedes-Benz 230E, Baujahr 82. „Und schon ist das Geld wieder futsch“, verabschiedet sich der 28-Jährige lachend.

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