Wochenkommentar

Datteln hilft den Flutopfern

Die dramatischen Bilder aus den Überflutungsgebieten lassen keinen kalt. Die Welle der Hilfsbereitschaft ist riesig. Und auch Datteln hilft, zum Teil mit besonderen Aktionen.
Redakteur Uwe Wallkötter © Martin Pyplatz

Und zwar jeder auf seine Art, die ihm besonders gut liegt. Schließlich muss man sich nicht ins Auto setzen, um direkt vor Ort in den überfluteten und verwüsteten Regionen zu helfen. Es geht auch anders.

Nehmen wir beispielsweise den Hafenchor. Der hatte sich auf seiner Probe spontan dazu entschlossen, ein Benefizkonzert auf dem Neumarkt zu veranstalten. 200 Zuhörer verbrachten zwei unterhaltsame Stunden und öffneten großzügig ihr Portemonnaie, um für die Flutopfer zu spenden. Mehr als 2500 Euro ergab der Kassensturz nach dem Konzert.

Oder erinnern wir uns an den Dattelner Bauunternehmer Daniel Berloger. Auch er wollte helfen, nahm Kontakt zu befreundeten Bauunternehmen im Kreisgebiet auf und organisierte schweres Gerät, zwei Bagger, drei Containerfahrzeuge und drei Sattelzüge mit Kipper, und fuhr zum Aufräumen und Sperrmüll abtransportieren nach Schleiden.

Bemerkenswert war auch die spontane Hilfsaktion von Fleischermeister Andreas Baumeister. Seine bei den Dattelnern beliebte Fleischwurst stellte er in den Dienst der guten Sache und organisierte vor seinem Geschäft einen Außenverkauf. Wer wollte, konnte zusätzlich zum Fleischwurstpreis noch für die betroffenen Menschen spenden. Und das taten sie reichlich. Mehr als 2300 Euro kamen bei der Wurstaktion zusammen.

Auch Dattelns Karnevalsprinz Stefan Luczak ließen die Bilder aus dem Flutgebieten nicht kalt. Und da der „Ruhrpottprinz“ in der Region bekannt ist wie der berühmte „bunte Hund“, nutzte er seine vielen Kontakte und organisierte Hilfsmitteltransporte. Mehr als 20 Mal ist er schon mit dem Transporter losgefahren, um Hilfsmittel in die betroffenen Regionen zu bringen.

Schwester Josefa vom Kloster in Meckinghoven wäre am liebsten auch nach Ahrweiler gefahren. Denn dort lebt ihr Neffe, und Ahrweiler gehört zu den Städten, die es besonders heftig getroffen hat. Aber wegen der unübersichtlichen Lage hat sie davon Abstand genommen. Helfen will sie aber trotzdem. Deshalb hat sie in der Meckinghover Gemeinde einen Spendenaufruf gestartet. Die Resonanz darauf, so viel steht schon jetzt fest, ist enorm.

Das sind nur einige Beispiele für die große Hilfsbereitschaft der Dattelner, die öffentlich wurden, andere blieben im Verborgenen. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Es sind Mutmacher, dass die Menschen in der Not zusammenstehen. Dass so vielfältige Unterstützung stattfindet, liegt aber wohl auch daran, dass die Flutkatastrophe nicht in fernen Ländern stattfand, sondern quasi vor der Haustür, mal eben eine Autostunde entfernt.

Der Abend in Datteln

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