Konzertabend

Das musikalische Leben ist zurück

Darauf hatten die Mitglieder von Datastico und auch die Fans der Akkordeonmusik lange gewartet. Am Wochenende gab es nach der Corona-Pause wieder Konzerte.
Datastico spielte sich gekonnt durch seine drei Konzerte im Olfener Leohaus und freute sich, nach einer langen Auszeit wieder sein Können unter der Leitung von Tobias Dalhof präsentieren zu dürfen. © Bialas

„Wenn der zukünftige Bundeskanzler Deutschland so dirigiert, wie Sie das Orchester, wird alles gut“, ertönt es aus der Publikumsmenge zum Ende des Konzertes von Datastico in Olfener Leohaus. Der launige Zuruf gilt dem Dirigenten Tobias Dalhof, der mit seinen Musikern in drei hintereinander folgenden Konzerten der Spielleidenschaft freien Lauf lässt.

227 Tage ohne Proben

60 Minuten Ohrenschmaus heißt es jeweils und das Programm zieht die Zuhörer in ihren Bann. Der Song „Wir halten zusammen“ gibt die Gedanken der Musiker wieder, die sich 227 Tage nicht sehen konnten, um zu proben. Die vielen unterschiedlichen ausprobierten Konferenztools wie Zoom konnten nicht auffangen, was jeden Dienstagabend im Treffpunkt Leohaus passiert: Proben, Leben, Bewegung, Austausch und jede Menge Musik.

Aber Datastico möchte sich nicht sentimental geben, das Orchester versprüht jede Menge Lebensfreude gepaart mit Können. Dalhof dirigiert nicht nur, er greift zu seiner bunten Fun-Flash und geht spielend direkt ins Publikum. Augen und Ohren folgen ihm, die Hände der Fans beginnen zu klatschen. Folk, Rock und Pop wechseln sich ab, die Musiker scheuen keine Herausforderung.

„The Show must go on“ hieß es bereits im letzten Jahr, jetzt darf das Motto wieder live ausgelebt werden. Das Mitsingen passt leider noch nicht in das Hygiene-Schutzkonzept, aber ein dirigiertes lautes „Hey“ zum Takt der Musik ist absolut erlaubt.

Zwei Bürgermeister unter den Zuhörern

Dalhof gibt sich kritisch: „Das war ein Olfener-Nachmittag-Hey, das geht auch anders.“ Und das Publikum lässt sich nicht lange bitten und schmettert das gewünschte Hallöchen aus voller Brust den Akkordeonspielern entgegen. In der letzten Reihe hat der Olfener Bürgermeister Wilhelm Sendermann mit seinem Dattelner Amtskollegen André Dora Platz genommen, beide verfolgen mit sichtbaren Hör-Vergnügen das Geschehen. Dora bekräftigt, dass der Umbau der Dattelner Stadthalle voranschreitet und er hofft, dass die Olfener und Dattelner Akkordeon-Spieler im nächsten Jahr ihr Jahreskonzert auch mal wieder in der Kanalstadt geben können.

Datastico macht Stille hörbar, umschmeichelt und hüllt mit dem „Sound of Silence“ von Simon und Garfunkel ein. Es gibt viel Applaus und die Musiker saugen ihn förmlich auf. So lange haben sie auf ihn verzichten müssen. Fußarbeit ist angesagt, der Zaubertanz, irische Folklore pur, lädt dazu ein. „Aber bitte, die Rhythmik muss stimmen, nicht schneller stampfen als wir spielen“, behält der Dirigent die Fäden in der Hand.

Zuschauer verlangen viele Zugaben

Die Musik der 80er Jahre beendet den offiziellen Teil des Konzerts, aber das Publikum lässt sich nicht wirklich auf die vereinbarten 60 Minuten ein und fordert mit stehendem Applaus Zugaben. Das Orchester lässt sich nicht lange bitten und spielt den aktuellen Ohrwurm Wellerman und ein Herbert-Grönemeyer-Medley. Aber noch immer möchten die Zuhörer nicht nach Hause gehen und bleiben nach Mit-Wipp-Aktionen jetzt wie festgenagelt auf ihren Stühlen sitzen. Dalhof startet den letzten „Rausschmeißer-Versuch“ und spielt swingend das Gute-Nacht-Lied „LaLeLu“. Das hat den erwünschten Erfolg, alle winken sich lächelnd gegenseitig zu und es geht ab nach Hause. Datastico feiert dagegen noch ein wenig sich und den großen Erfolg. Das musikalische Leben ist zurück.

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