Knöllchen-Ärger

Corona-Helden mit Knöllchen bestraft

Gudrun Stasik ist 85 Jahre alt. Ein Alter, das eigentlich für Gelassenheit steht. Aber ein Knöllchen vom Ordnungsamt macht die Seniorin wütend.
Auf dem schraffierten Sicherheitsstreifen an der B 235 darf nicht geparkt werden. Foto: Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

Was war passiert: Gudrun Stasik wird vom Pflegedienst versorgt. Morgens und abends kommt ein Mitarbeiter zu ihr an die Castroper Straße 104, um ihr beim An- und Ausziehen der Stützstrümpfe behilflich zu sein. Vor kurzem entdeckte der Mitarbeiter ein 30-Euro-Knöllchen an der Scheibe. Er hatte nach Angaben der Dattelnerin mit einem Rad zwei Zentimeter auf der schraffierten Sperrfläche geparkt. Gudrun Stasik findet das ungerecht.

„Der Pflegedienst hat gerade einmal fünf, sechs Minuten Zeit, um zu parken, zu mir in die obere Etage zu kommen und um mir die Strümpfe anzuziehen.“ Die Mitarbeiter in der Pflege würden immer als Corona-Helden dargestellt, und so werde ihnen dann gedankt. „Der Mitarbeiter musste die 30 Euro aus der eigenen Tasche zahlen“, ärgert sich Gudrun Stasik. Wenn jemand eine Feuerwehrzufahrt zu parkt, dann sei ein Knöllchen gerechtfertigt. Gudrun Stasik vermisst Fingerspitzengefühl beim Ordnungsdienst.

Stadtsprecher Dirk Lehmanski sagt dazu: „Wir wissen, dass es die Pflegedienste oft eilig haben. Aber das setzt nicht die Straßenverkehrsordnung außer Kraft.“ An erster Stelle stehe die Sicherheit der Radfahrer, verweist Lehmanski auf die zahlreichen Unfälle an der B 235. „Wenn sie von einer Autotür erfasst werden, können sie sich schwer verletzen.“ Deshalb sei der Sicherheitsstreifen, der auch dem Radweg zugeordnet ist, angelegt worden. Und darauf dürfe nicht geparkt werden.

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