Nachtschnittchen

Comedy-Messe bei strömendem Regen am Hebewerk

Moderator Helmut Sanftenschneider präsentiert John Doyle und den unglaublichen Heinz (Gröning) in einem „SpezialExtra - Sommer Open Air“ am Oberwasser des Schiffshebewerks.
John Doyle, der unglaubliche Heinz und Helmut Sanftenschneider ließen sich die Spielfreude vom Regen nicht verderben. © Martina Bialas

Gut 50 Zuschauer folgen dem Ruf Sanftenschneiders am Sonntagabend mit skeptischen Blicken zum Himmel. „Es bleibt trocken, ich habe in meine Wetter-App geschaut“, lockt der Moderator das Publikum aus dem Zelt weiter nach vorne an den Bühnenrand. Der kleine Umzug erfolgt schnell und Sanftenschneider erkennt, wer ihn an diesem Abend besucht oder auch nicht. Die Gäste der ersten Stunde fehlen. „Wo sind Udo, Hassan, Bernd und Monika?“, fragt er erstaunt, denn dieses Quartett ist nicht zu sichten.

Heinz Gröning wäre gern auf der Couch geblieben

„Herzlich willkommen“, heißt es für die weiteren Gäste, für die Helmut seine alten Sch…-Nummern spielen möchte. Auch für Carolin und Marion, die aus Haltern angereist sind. Das Publikum lacht, der Nervenkitzel ist da, wer wird noch spontan aus ihren Reihen gepickt? Zuerst aber kommt der unglaubliche Heinz, der auch gern auf seiner Couch im heimischen Wohnzimmer liegengeblieben wäre, um von seiner Frau wahnsinnig gemacht zu werden. Alleine durch die Frage: „Woran denkst du gerade?“ Der Comedian gibt Auszüge aus seinem neuen Programm „Der perfekte Mann“. Schnell zeigt sich sein Perfektionismus in Sachen Bühnenkunst, er hat den Gesang und die Gitarre für sich entdeckt. Beides setzt er gekonnt ein und balzt sich durch die Frauenwelt. Heinz gibt sich auch kirchlich und präsentiert eine Comedy-Messe, die wunderbar zum alten Spielort Friedenskirche gepasst hätte. Heinz lässt mitsingen und das Publikum macht nur zu gern mit. Wer nicht mitmacht, ist der Wettergott. Das Halleluja von Heinz scheint ihm weniger zu gefallen, er öffnet die Wetterschleusen und es schüttet wie aus Eimern. Das Publikum zieht sich ins Zelt zurück, was der guten Laune aber keinen Abbruch tut.

Kleinkunstpreisträger steht auf Datteln

Das spürt auch der lustigste Amerikaner Deutschlands, John Doyle. Der sahnte 2012 den Dattelner Kleinkunstpreis ab und mag Deutschland, insbesondere Datteln. Sein neues Heimatland sei so herrlich entspannt. Das bemerke er auch bei Beckenbodenübungen gegen Inkontinenz an der Bushaltestelle. Allerdings hielte nicht mehr jeder Busfahrer an. Seine Wortspielereien rund um deutsche Sprichwörter kommen bestens an, auch die Wiedergabe seines Ehelebens. Das Publikum lacht gegen das Rauschen des Regens an. Doyle gibt sich eher nachdenklich: In der Coronazeit habe er entdeckt, dass seine Frau ein großer Krimi-Fan ist und keinen Fernseheinsatz verpasst. Sie sammle Ideen, lautet ihre Begründung. Mit dem Ende der Show endet auch der Regen. Lichtstreifen am Himmel, Grinsen in den Gesichtern der Gäste, Happy End für die gelungene Show. Sanftenschneider verspricht ein Wiederkommen.

Der Abend in Datteln

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.