Politik

Coach für Vereine: Chef des Sportverbandes sieht CDU-Antrag als Kritik

Am Donnerstag berät die Politik über einen Antrag der CDU, einen Coach für Dattelner Vereine einzuführen. Sportverbandschef Peter Amsel kontert: „Das ist unsere Aufgabe!“
Stadtsportverbandschef Peter Amsel sieht den CDU-Antrag als Kritik an der Arbeit von ihm und seinen Mitstreitern. © Hollenhorst

Die Überraschung bei Peter Amsel war doch groß, sagt er, als er von dem Antrag der CDU erfahren hatte. Am Donnerstag berät der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss darüber, ob so eine Stelle bei der Stadt geschaffen werden soll. Besonders als Informationsinstrument soll dieser fungieren und die Vereine über aktuelle Bestimmungen der Corona-Pandemie aber auch weitere organisatorische Angelegenheiten auf dem Laufenden halten.

SSV-Chef sieht CDU-Antrag als Kritik an der Arbeit

Peter Amsel, der bis zu den Kommunalwahlen im September 16 Jahre lang im Rat der Stadt Datteln vertreten war, sieht das als indirekte Kritik an der Arbeit von ihm und seinen Mitstreitern im Stadtsportverband (SSV). „Genau dafür sind wir doch da“, kontert der erfahrene Lokalpolitiker. Natürlich erreiche der SSV nur die Vereine, die auch dort organisiert sind. 32 seien das an der Zahl. „Es gibt noch zwölf weitere Vereine wie zum Beispiel die Schützenvereine. Aber die dienen nicht dem Zweck der Gemeinnützigkeit und können laut Satzung nicht aufgenommen werden“, erklärt Amsel.

Stadtsportverband erhielt Lob von den Vereinen für Corona-Infos

Alle Informationen vom Landes- sowie Kreissportbund habe der SSV während der Pandemie an die Vereine weitergeleitet. „Manchmal mit einem Tag Verzögerung“, sagt Amsel, da der SSV die Neuigkeiten erst selber überblicken musste. „Dafür haben wir auch positive Rückmeldung von den Vereinen bekommen.“

Er hätte sich gewünscht, dass die CDU bei einem solchen Vorhaben das Gespräch mit dem Sportverband suchen würde, bevor Anträge in diese Richtung gestellt werden. „Sie fordern eine Stelle in der Verwaltung, die natürlich Kosten verursacht“, sagt Amsel.

Stadt muss das Geld nicht zum Fenster hinauswerfen

Natürlich gebe es einen Überschuss im städtischen Haushalt, aber das Geld müsse ja nicht für eine Stelle aus dem Fenster geworfen werden, die schon ausgefüllt wird. „Wir haben die Kontakte doch schon und nutzen sie auch“, resümiert Amsel. Gerne würde er sich zu dem Thema mit den Christdemokraten sowie der Verwaltung zusammensetzen. „Dann können sie ihre Sorgen oder ihre Kritik gerne äußern“, sagt er selbstsicher.

Ein weiterer CDU-Antrag, ein digitales System für die Hallenbelegung und weitere Prozesse für Sportvereine einzuführen, stößt bei Amsel derweil auf Zustimmung. Das Thema sei zwar nicht ganz neu, da die aktuellen Programme der Verwaltung sowieso auslaufen würden und nach digitalen Nachfolgeregelungen gesucht werde, den Ansatz unterstütze er aber. „Aktuell ist da noch zu viel Handarbeit in der Verwaltung“, sagt er.

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