Umgestaltung

Boulevard an der Hafenstraße: Radfahrer sollen bewusst auf die Straße

Im Zuge der Umgestaltung der Hafenstraße mit Boulevard soll der Radverkehr auf die Straße verlegt werden. Sie sollen zu gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern werden.
An der Hafenstraße rollen schon jetzt die Bagger für die Kanalbauarbeiten. Der geplante Boulevard-Bereich soll die Verbindung zum Rathaus für Fußgänger aufwerten. © Fabian Hollenhorst

Aktuell teilen sich Fußgänger und Radfahrer den Weg entlang der Post zwischen Rathaus und Innenstadt. Im Zuge der Neukonzipierung soll das anders werden. Doch die Radfahrer auf die eh schon schmale Hafenstraße zu verbannen, darin sehen nicht nur einige unserer Leser, sondern auch einige Lokalpolitiker im Stadtentwicklungsausschuss Gefahrenpotenzial. Anders sieht es Theo Beckmann. Der Grünen-Ratsherr ist bekennender Radfahrer und Teil der Arbeitsgruppe, die den Radverkehr nach vorne bringen will. Er untermauert seine Meinung mit den Forderungen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Der Verkehrsclub für Radfahrer plädiert in seinem Leitprogramm dafür, die Radfahrer zu gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern auf den Straßen zu machen. Ein erhöhtes Gefahrenpotenzial wird dabei nicht gesehen. Die Fahrräder seien so besser für Autofahrer zu erkennen und würden den Verkehr dadurch auch regulieren. Dieser Meinung war bei der Ausarbeitung auch Stadtplaner Andreas Beilein. Beckmann verweist darauf, dass gerade bei Einmündungen Radfahrer, die vom Gehweg über die Straße geleitet werden und „hinter Bäumen hervorkommen“, öfter übersehen werden.

„Recklinghausen macht es besser“, sagt Theo Beckmann (Grüne)

Andreas Beilein sagte im Fachausschuss, dass ein Autofahrer auch aufgrund der engen Straße schon einmal hinter einem Radfahrer bleiben müsse, wenn es zum Beispiel auf den geplanten neuen Kreisverkehr an der Ecke Lohstraße zugeht. Theo Beckmann lobt in diesem Zusammenhang die Radverkehrsführung in Recklinghausen. Hier habe die CDU-geführte Verwaltung in den vergangenen Jahren eine ganze Menge für Radfahrer getan und vermehrt auf die Lösung mit gestrichelten Radwegen am Rand der Fahrbahn gearbeitet. Heißt: Wenn kein Radfahrer dort unterwegs ist, dürfen die Autofahrer den Streifen mitbenutzen, um Platz für den Gegenverkehr zu lassen. Wenn Radfahrer dort unterwegs sind, müssen sich Autofahrer dahinter gedulden, bis der Gegenverkehr eine Möglichkeit zum Überholen bietet.

Das Zusammenspiel von Rad- und Autofahrern bedeute für Beckmann aber auch, dass eine Tempo-30-Begrenzung an der neuen Hafenstraße unbedingt bestehen bleiben müsse. „Auf Pahlenort und Türkenort ist wie in vielen Bereichen der Innenstadt Tempo 30. Warum soll sich das dann plötzlich auf der Hafenstraße bis zum Ostring ändern?“, fragt sich Beckmann. Die Verwaltung gab im Ausschuss Auskunft, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung aktuell noch nicht feststehe. Aktuell gilt Tempo 30 aufgrund von Straßenschäden. Je nach Verwaltungsentscheidung könnten sich die Grünen auch einen entsprechenden Antrag dazu vorstellen oder würden einen entsprechenden Antrag der politischen Mitbewerber mittragen.

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