Zottelige Gäste

Besuch von den Therapieponys: Herzlicher Kontakt ist erwünscht

Die Bewohner der Außengruppe des Johanneswerk Wohnverbund Datteln in der St.-Vincenz-Straße erhielten jetzt einen besonderen Besuch: die drei Therapieponys Pumuckl, Jay und Lion.
Birgit nahm freudig mit Therapiepony Jay Kontakt auf, Reitlehrerin Carola Weidemann begleitete die Situation. © Martina Bialas

In einem Zeitungsbericht entdeckte Heilerziehungspfleger Philip Wienhusen, Mitarbeiter in der Vincenz-Straße, das besondere Trio, das der Reitlehrerin Carola Weidemann gehört. Schnell war sich das Assistenzteam der Bewohner mit Bereichsleiter Christian Singelmann einig, die schnuckeligen Vierbeiner mit ihrer Besitzerin einzuladen. Und die ließ sich nicht lange bitten.

Sie lud Jay und Lion in den großflächigen Kofferraum ihres Land Rovers, setzte Pumuckl auf den Beifahrersitz und düste aus Breckerfeld an. Die Wohngemeinschaft staunte nicht schlecht, wer aus dem Wagen direkt in ihren Garten sprang. Die Reitlehrerin drückte den Bewohnern Sascha und David schnell die Leinen in die Hand und die beiden nahmen vorsichtig den ersten Kontakt zu ihren skurrilen Besuchern auf. Blumen und Bäume waren im Vorfeld abgesichert worden, denn das tierische Trio bewies Appetit und knabberte gleich alles an.

Grüner Rasen schmeckte den Ponys gut

Auch der frische grüne Rasen schmeckte ihnen gut und David bemerkte kritisch: „Wenn wir das gewusst hätten, hätte das Rasenmähen heute ausgefallen können.“ Carola Weidemann bildete ein Jahr lang ihre Ponys so aus, dass sie Gesellschaft und Nähe spenden können. Die Tiere erlernten unter anderem, vorsichtig am Rollator oder Rollstuhl mitzulaufen. Sie können Aufzug fahren oder Treppen steigen und lassen sich gerne führen oder streicheln.

Die Gastgeber sich an diesem Nachmittag verblüfft, was alles möglich ist. Tobias hielt sich noch ein wenig zurück und betrachtete das Geschehen erst einmal aus sicherer Entfernung. Aber Pumuckl brachte auch ihn zum Lachen. Der zwei Jahre alte kleine Gefährte ist nur 50 Zentimeter groß und wiegt 35 Kilo. Er bleibt in den Kontaktsituationen ruhig. Treten und beißen ist ihm fremd, auch wenn ihn alle neugierig umringen. Ein Topf mit gelben Blumen zog ihn an diesem Nachmittag magisch an.

Ein Wiedersehen ist geplant

„Der Topf muss weg“, forderte die Reitlehrerin. Weniger um die Blumen zu retten, Carola Weidemann weiß, nicht jede Flora eignet sich für ihre Ponys zum Verzehr. Die Bewohner der Heibeckstraße trudelten ein, auch sie wollten bei diesem Ereignis mit dabei sein. Birgit setzte sich auf einen Stuhl und nahm Jay genau in Augenschein, um dann einmal richtig mit ihm zu knuddeln. Sie machte alles richtig, denn genau dieses herzliche Kontakten ist erwünscht. Uwe und Uwe dagegen wollten weniger knuddeln, sie drehten stolz ihre Runden mit den Tieren an der Leine im Garten.

Uwe und Uwe wollten mit Jay und Lion nicht knuddeln, sie gingen mit den Therapieponys lieber im Garten spazieren. © Martina Bialas © Martina Bialas

Auch das machte Spaß. Philip Wienhusen freute sich, dass seine Entdeckung bei allen so gut ankam und den Alltag der Menschen mit Handicap einmal kräftig aufmischte. Ein Wiedersehen mit den neuen Freunden wurde geplant, bevor Carola Weidemann winkend mit ihrem Trio wieder nach Hause fuhr. Finanziert wurde der Besuch durch das Spendenprojekt „Augenblicke des Johanneswerks“. Das Projekt schafft Momente wie diese, um alte Menschen und Menschen mit Behinderung in die Gemeinschaft zu integrieren, da es in ihrem sozialen Umfeld nicht immer einfach ist, Kontakte zu halten.

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