Drei Generationen

Bei Familie Rabe aus Datteln stimmt die Chemie

Bei Familie Rabe wird es manchmal ganz schön wuselig. Aber das Zusammenspiel zwischen Großeltern, Eltern und Kindern klappt wunderbar. Doch es gibt auch Schicksalsschläge.
Hans und Roswitha Rabe mit ihrer Tochter Alexandra und ihren Enkelkindern Kimberly (re), Luna und Finja (li), einem kleinen Teil ihrer großen Rasselbande. © Martina Bialas

Die 13 Monate alte Luna lacht vergnügt und krabbelt mit ihren kurzen Beinchen über die grüne Spielplatzwiese auf ihren Opa Hans Rabe zu. Sie weiß genau, was sie möchte: Auf den Arm genommen werden und dann mit flinken Fingern nach seiner Brille greifen. Aber Hans Rabe kennt die kleine Maus genau und kann sie wunderbar ablenken.

Fünf Frauen hat er mit auf den Spielplatz genommen: Ehefrau Roswitha, Tochter Alexandra mit ihren beiden Töchtern Finja und Kimberly. Luna stammt von seiner Tochter Raffaela, und nicht zu vergessen, Tochter Katharina mit Luca und Johanna, aber sie wohnen in Waltrop. Und es gibt noch einen Schwiegersohn und zwei Anwärter.

So wuselig das gesamte Familienleben klingen mag, das Zusammenspiel klappt wunderbar. Ab der nächsten Woche noch besser, am ersten Juni landet Hans Rabe im wohlverdienten Ruhestand. Darauf freut er sich, auch wenn sich das eine oder andere gemischte Gefühle zeitweilig ihn ihm breit macht. Aber mit Mischungen kennt sich der gelernte Chemietechniker aus.

Die Chemie stimmt bei den Großeltern Rabe

Auch Roswitha Rabe kennt sich mit ihnen aus, sie ist Chemielaborantin. Und weil die Chemie nicht nur im Jobleben, sondern auch zwischen ihnen stimmt, kommen nach ihrer Hochzeit ihre drei Töchter zur Welt. Jedes Glück erhält im Laufe der Zeit seine Risse, ihre Tochter Raffaela erkrankt schwer an Krebs. Die Familie nimmt den Kampf auf, nach kurzer Hoffnung kommt es jedoch zu einem Rückfall, der das Leben aller sechs Jahre lang bestimmt, aber sie auch zusammenschweißt.

Hans arbeitet in Mühlheim, Roswitha gibt ihren Job bei Ruhrzink auf und beginnt nebenberuflich in einem Sonnenstudio zu arbeiten. Hauptberuflich ist sie für ihre Familie da und tritt der Elterninitiative krebskranker Kinder an der Vestischen Kinderklinik Datteln bei. Hans folgt ihr und wird gleich bei der nächsten Jahreshauptversammlung zum Vorsitzenden gewählt. Das Amt kann er nur annehmen, weil er sich der 100-prozentigen Unterstützung seiner Frau sicher sein kann. Das Paar bewegt dort viel und ist bis heute unermüdlich am Ball.

Töchter sind alle in pflegenden Berufen tätig

Ihre Töchter sind in pflegenden Berufen als Krankenschwester, Altenpflegerin und medizinische Fachangestellte unterwegs. „Mama ist unsere schlimmste Patientin, wenn auch sie mal kurzfristig außer Gefecht gesetzt ist“, lacht Alexandra. Im Laufe der Zeit vergrößert sich die Familie um fünf Enkelkinder. Das genießen Hans und Roswitha Rabe und lassen manches Mal selbst wieder das Kind in sich erwachen. Wenn es zum Mühlenbach geht, um Nussschalen-Schiffe schwimmen zu lassen.

Hans fährt neben dem Motorrad auch gerne Fahrrad und führt die „Bande“ bis nach Olfen, als Belohnung winkt ein Eis am Ziel. „Opa schubst uns auch an, wenn wir nicht mehr können“, erzählt Kimberly. Rosi ist eher ein Lauf-Fan, einmal am Tag sind zehn Kilometer zu schaffen. Die Großen der Kleinen laufen mit und versuchen vergeblich sie auszubremsen. „Oma, das gibt‘s doch nicht, dass wir noch nicht zu Hause sind“, argumentiert Finja gerne.

Kochen und Grillen sind Hobbys von Großvater Hans Rabe

Gemütlich geht es dagegen beim Kartoffelsuppe kochen mit ihrem Opa zu. Schnibbeleien der feinen Art sind dann angesagt. Grillen ist ebenfalls eine Leidenschaft des 65-Jährigen, er eröffnet die Saison im Februar und lässt sie im ersten Novemberschnee enden. Zu seinen vier Grills, welche die Großfamilie umringt, wünscht er sich noch einen Hochtemperaturgrill. Roswitha Rabe hofft, dass dann der Hausstand komplett ist. In diesem Sommer möchten sie unbedingt wieder zu ihrem Wohnwagen, der an der Ostsee steht, Alexandra ist mit ihrer Familie dabei.

Aber das geht natürlich auch noch größer, wenn sich die Zeiten wieder ändern. Mit Eltern, Schwiegereltern, Geschwistern und der Rasselbande, verteilt auf drei Häuser in Holland. „Das haben wir schon einmal erprobt, ein wahres Glück“, sagen Hans und Roswitha Rabe. Familiäres Glück!

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