Lastenräder

B 235: Für Lastenräder eine ganz enge Kiste

Der CDU-Antrag, städtische Zuschüsse für den Kauf von Lastenrädern bereitzustellen, stieß auf breite Zustimmung. Danach gab es aber Kritik aus dem Beisenkamp.
Im Beisenkamp brachen Horst Schönlein (l.) und André Tost zu ihrer Tour entlang der B 235 auf. © Martin Pyplatz

Und zwar von Horst Schönlein. Der 74-Jährige ist passionierter Radfahrer und hat grundsätzlich nichts gegen Lastenräder. „Aber da wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht“, sagt Schönlein. Grund für seine Kritik: Die Radwege-Infrastruktur entlang der B 235. „Lastenräder haben vorne eine Breite von 86 Zentimetern. Der Radweg an der Castroper Straße aber ist im Regelfall nur 90 Zentimeter breit, obwohl die Verwaltungsvorschrift eigentlich eine Breite von 1,50 Metern vorschreibt.“ Für Lastenräder an der B 235 ist es also sprichwörtlich eine ganz enge Kiste.

Ungewöhnliche Tour entlang der Castroper Straße

Deshalb hatte sich Horst Schönlein nach der Berichterstattung über den CDU-Antrag an die Union gewandt und hat sich mit CDU-Ratsherr André Tost zu einer ungewöhnlichen Tour verabredet. Und die führte eben entlang der Castroper Straße.

Über Kritik schon etwas überrascht

Tost zeigte sich etwas überrascht von dem Einwand des Beisenkämpers. „Eigentlich wollten wir mit unserem Antrag etwas Gutes in Sachen Radfahren in Datteln bewirken.“ Aber Tost war sofort bereit, sich mit Horst Schönlein auf die zweistündige Radtour Richtung Dattelner Süden zu machen. Auf dem Weg machten die beiden auch bei Fahrrad-Fiolka Station, um sich ein Lastenrad mal aus der Nähe anzuschauen. Die Grünen hatten André Tost übrigens für die Tour ihr eigenes Lastenrad angeboten. Aber auf dem grünen Vehikel durch Datteln zu fahren, das wollte der CDU-Mann dann doch nicht.

Es gibt noch mehr Schwachstellen

In der Tat, schnell stellten Horst Schönlein und CDU-Mann André Tost fest, dass das Fahren mit einem Lastenrad oder mit einem Lastenhänger entlang der Castroper Straße problematisch wird. Aber sie entdeckten auch andere Schwachstellen wie zum Beispiel sehr hohe Bordsteine. Teilweise fehlten Radwegmarkierungen. Und dann ist da noch das Dauerthema parkende Autos. Ein weiterer Stein des Anstoßes ist die Ampelanlage am Gewerbegebiet Schleusenpark. Deren Schaltung bezeichnen beide als sehr unglücklich. Radfahrer, die in Richtung Innenstadt unterwegs sind, hätten hier ständig rot.

Mit dem Lastenrad zur Kita oder zur Schule

Der CDU-Ratsherr verteidigt aber die die jüngste Initiative seiner Partei in Sachen Lastenrad. „Häufig würden Eltern solche Lastenräder nutzen, um ihr Kind zur Schule oder zur Kita zu bringen, respektive es geht damit zum Einkaufen. Und dafür führt die Strecke nicht zwingend über die Castroper Straße“, sagt Tost.

Forderung nach einem Konzept für die ganze Stadt

André Tost und Horst Schönlein sind sich einig, dass es bei der Radwege-Infrastruktur nicht nur an der B 235 erhebliche Schwachstellen gibt. Und dass die Castroper Straße nicht kurzfristig umgebaut werden kann, ist auch beiden klar. Schließlich ist es eine Bundesstraße und gehört Straßen.NRW. „Wir brauchen ein vernünftiges Konzept für die ganze Stadt, wo was gemacht werden kann, um die Situation zu verbessern. Und wenn sich dann die Gelegenheit ergibt, zieht man das Konzept aus der Schublade“, empfiehlt Horst Schönlein.

Direkter Dialog zwischen Bürgern und Politik

André Tost setzt große Hoffnungen auf den neuen Mobilitätsmanager/Radverkehrsbeauftragten im Rathaus. Die Stelle sei seit rund einer Woche ausgeschrieben und soll so schnell wie möglich besetzt werden. „Über fehlende Arbeit in Datteln jedenfalls wird sich der nicht beklagen können“, sagt Tost.

Das Fazit nach der Tour: Es hat Spaß gemacht und es gibt viel zu tun. Für Horst Schönlein positiv ist der direkte Dialog zwischen Bürgern und Politik. „Den gibt es eigentlich nur zu Wahlkampfzeiten.“ Der 74-jährige Horst Schönlein wünscht sich jedenfalls mehr davon. Und rennt bei André Tost damit offene Türen ein.

Lastenräder sind als umweltfreundliche Alternative zum Auto für kurze Transportwege aktuell häufiger zu sehen. Die CDU beantragt nun eine Finanzspritze als Anreiz für die Anschaffung, die auf breite Zustimmung der anderen Parteien stößt. Damit einhergehend will die CDU auch eine Entlastung für den Verkehr erreichen. Die CDU beantragt die Bereitstellung von 20.000 Euro. 1000 Euro Förderung pro Lastenrad sollen laut CDU-Wunsch möglich sein, maximal aber ein Drittel des Anschaffungsbetrages.

Der Abend in Datteln

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