Oldtimer

Auto-Liebhaber zu Gast in Datteln: Haard Oase wird zum Mini-Treffpunkt

Wer am Wochenende viele kleine Flitzer der Marke „Mini“ durch Datteln sausen sieht, braucht sich nicht zu wundern. An der Haard Oase findet zum sechsten Mal der Haard-Mini-Treff statt.
Patrick Mikolajczak aus Bochum, Thorsten Tourbier aus Dortmund, Daniela Half aus Kamen, Sascha Hesselmann aus Bochum und Rasmus Meddeholt aus Wetter an der Ruhr (v.l.) gehören zur „Ruhrpott Mini IG“ und haben gemeinsam mit ihren Partnern und anderen Mitgliedern ein eigenes Stück Wiese auf dem Campingplatz belegt. © Martin Pyplatz

Drei großgewachsene Männer stehen am Eingang der Haard Oase an der Straße „In den Wellen“ vor dem Wanderparkplatz kurz vor dem Jammertal. Sie unterhalten sich, während sie immer wieder auf einen Kleinwagen zeigen – einen Mini. Alle drei teilen die Leidenschaft für die britischen Fahrzeuge, die 1959 bis 2000 gebaut wurden – mit den Modellen, die fortan unter der deutschen BMW-Flagge produziert wurden, haben sie neben der nachgeahmten Optik nicht viel zu tun. „Wir müssen nicht mit großen Autos angeben“, sagen die drei und lachen.

Einer von ihnen ist Michael Mark (62). Er ist mit seinem Riley Elf MK III Baujahr 1969 angereist. Die Modelle basieren auf dem Mini, weisen aber noch Besonderheiten wie einen größeren Kühlergrill oder andere Heckleuchten auf. „Knapp 30.000 Stück wurden davon nur gebaut“, sagt der stolze Besitzer. Seinen Rechtslenker hält er so gut es geht im Originalzustand. 2007 hat er sein Schätzchen entdeckt. Fünf Jahre lang stand er zuvor vorwiegend in einer Garage, lief in dieser Zeit nur 1000 Kilometer. Mit Michael Mark muss der Wagen schon etwas mehr durchstehen – eine sechswöchige Tour durch Irland, Reisen nach Portugal und Spanien sowie das Internationale Mini Meeting (IMM) in London.

Die Mini-Szene unterstützt sich gegenseitig

Was die Mini-Szene für ihn bedeutet, erklärt er an einem Beispiel: „Die Werkstatt eines befreundeten Mechanikers in Velbert lief wegen des Hochwassers komplett voll“, sagt er. Sofort habe er sich auf den Weg gemacht, als er davon erfahren hatte. „Beim Eintreffen waren dann schon 20 andere aus der Mini-Szene zum Helfen vor Ort – das ist eine echte Gemeinschaft.“ Doch für insgesamt 19 der historischen Fahrzeuge in der Werkstatt kam alle Hilfe zu spät. „Die sind Schrott, da kann man nichts mehr machen“, sagt er etwas bedrückt.

Michael Mark zeigt stolz seinen Mini Riley Elf MK III mit Rechtslenker.
Michael Mark zeigt stolz seinen Mini Riley Elf MK III mit Rechtslenker. © Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

Und auch als ein Mini-Kollege die Gewissheit erhalten hatte, nicht mehr lange zu leben und seine letzten Wochen in einem Hospiz bei Stuttgart verbrachte, zeigte sich für Michael Mark der Zusammenhalt der Szene: „Die Mitarbeiter dort waren völlig geschockt, wie viele Menschen aus ganz Deutschland zu Besuch gekommen waren.“ Sie alle wollten Abschied nehmen.

Auflagen in Corona-Zeiten – aber alle sind froh über das Treffen

Die Mini-Fans sind froh, endlich wieder zu Treffen fahren zu können. Im vergangenen Jahr musste das Event auf dem Campingplatz der Haard Oase ausfallen, jetzt mussten zwar Auflagen beachtet werden, die Organisation gestaltete sich schwieriger, aber alle sind trotzdem glücklich. 33 Schlaf-Einheiten dürfen die Auto-Liebhaber bei dem Treffen anbieten. Bei den vorherigen Treffen stand die ganze Wiese voll mit aneinandergereihten, alten Minis. „Wir mussten die Plätze nach den schnellsten Meldungen vergeben“, erklärt Dirk Schulte, der zusammen mit Eva Wüst hauptverantwortlich für die Organisation ist. „Ich lebe Mini“, sagt Schulte. Denn nicht nur privat schraubt er an Minis herum, er arbeitet auch hauptberuflich in der Oldtimer-Werkstatt Ritter Classics in Waltrop. „Wir sind hier einfach eine Mini-Familie, das sieht man immer wieder bei den Treffen“, sagt Schulte.

Dirk Schulte, Organisator des Mini-Treffens, fährt gerne auch längere Strecken in seinem Cabrio.
Dirk Schulte, Organisator des Mini-Treffens, fährt gerne auch längere Strecken in seinem Cabrio. © Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

Und was macht den Reiz am Mini aus? „Wenn ein Mini an der Kreuzung steht, guckt niemand böse. Alle freuen sich und sagen ‚guck mal, da ist das Auto von Mr. Bean‘“, sagt Schulte und verweist auf die britische Komödien-Reihe mit Schauspieler Rowan Atkinson. Eine große Ausfahrt ist in diesem Jahr coronabedingt nicht geplant. Im kommenden Jahr, so hoffen alle, können sie wieder in großer Runde an der Haard Oase zusammenfinden. „Ich möchte einen großen Dank an Familie Weber aussprechen. Auto-Treffen sind meist verpönt, aber die Webers haben uns ihr Vertrauen geschenkt“, sagt Schulte. Dafür würden alle Mini-Fans auch dafür sorgen, dass es sauber bleibt und sich niemand gestört fühlt.

Der Abend in Datteln

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