Amateurtheater St. Amandus

Ausgelassene Stimmung beim ersten Live-Stammtisch

Das ATAD feiert sich und das Theaterleben beim ersten Live-Stammtisch nach langer Zeit im Biergarten des Hafenrestaurants. Knapp 30 Mitglieder finden sich ein und haben jede Menge Spaß.
Das ATAD hatte bei seinem ersten Live-Stammtisch nach Monaten im Biergarten des Hafenrestaurants viel Spaß und jede Menge Geschichten, Anekdoten und Pläne auf Lager. © Bialas

Wirtin Beate Mertzen schleppt Stühle ohne Ende heran und staunt über die große Gruppe, die von Minute zu Minute anwächst. Bernhard und Marion Wollny genießen diesen Abend und schwelgen in alten Erinnerungen. Genau in dieser Gastronomie begann 1983 nach einer Probe zu dem Stück „Unser Haus in Montevideo“ ihre Liebesgeschichte. „Wir haben es nie in unseren Urlauben bis nach Montevideo geschafft, aber unser Liebesurlaub ist bis heute noch nicht vorbei“, gesteht Bernhard, Marion errötet leicht und lacht.

Nachwuchssorgen kennt das ATAD nicht

Die anderen lachen herzlich mit und freuen sich über das Glück ihrer Schauspielerkollegen. Ein großes Hallo brandet auf, als das jüngste Mitglied der Truppe seinen Auftritt hat. Ohne ein einziges Wort zu sprechen, erobert Matteo alle Herzen im Sturm. Der junge Mann ist gerade vier Wochen alt und befindet sich im Kinderwagenschlepp seiner Mutter Annika Biastoch, die mit Leidenschaft als Darstellerin und Regisseurin im ATAD unterwegs ist.

„Nachwuchssorgen kennen wir keine, bei uns fühlen sich alle Generationen wohl“, sagt Doris Rusche, ehemalige Vorsitzende des Vereins. 20 Jahre hat sie das Amt bekleidet, bevor sie es an ihren Sohn Guido weitergab. „Jetzt bin ich nur noch zahlendes Mitglied, aber Guido macht seine Sache gut“, erkennt sie das Engagement ihres Sohnes an.

Über Mexiko zur Hochzeit der Tochter

Ihr Mann Gerd war in den Jahren als Bühnenmeister unterwegs, jetzt lässt auch er es ein wenig ruhiger angehen. Ruhig bleibt es nicht lange, die Reddemanns trudeln ein. Das schauspielernde Ehepaar bringt nicht nur Hund Hillary mit, es hat auch Neuigkeiten im Gepäck. Ihre ebenfalls schauspielernde Tochter hat es nach Dallas in den Bundesstaat Texas verschlagen und im August wird sie den Mann ihres Lebens heiraten. Mit viel Aufregung verfolgten ihre Eltern das Geschehen auf dem anderen Kontinent, bis vor kurzem stand noch in den Sternen, ob sie an diesem Ereignis teilnehmen dürfen. Jetzt ist es amtlich: Nach einem Aufenthalt von 14 Tagen in Mexiko dürfen sie einreisen, eine Einreise direkt aus Deutschland ist ihnen nicht erlaubt. Die Zuhörer schütteln mit den Köpfen, was für eine verrückte Welt.

„Schneewittchen“ befindet sich noch in der Warteschleife

Mina Rüping lenkt ab, sie ist erst drei Jahre alt, aber die Pippi Langstrumpf-Rolle scheint ihr schon auf den Leib geschrieben zu sein, der Schalk blitzt nur so aus ihren Augen. Noch befindet sich jedoch das Märchen „Schneewittchen“ für kleine Zuschauer in der Aufführungsschleife, da es im letzten und in diesem Jahr nicht aufgeführt werden konnte. Jetzt hofft der Theaternachwuchs auf das nächste Jahr. Das ATAD gibt sich insgesamt hoffnungsfroh, auch ein Erwachsenenstück nimmt gerade seinen Planungslauf. „Wenn der Dämon kommt“, heißt das vorwiegend heitere Stück, das aber auch nachdenkliche Passagen aufweist. Regie wird Thomas Meyer führen, der auch gleich die Hauptrolle übernommen hat. An diesem vergnüglichen Abend fehlt er und so bleibt noch viel gedanklicher Spielraum, wie sich alles entwickeln wird.

Stadthalle soll schnell fertig werden

Guido Rusche berichtet, dass er an einer Umfrage des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft des Landes NRW teilgenommen hat. Das möchte mit der Befragung aller Mitglieder des Amateurtheaterverbandes NRW feststellen, wer von ihnen spätestens in 2022 mit einem finanziellen Beitrag unter anderem für Ausstattung, Bühnenbau oder Technik durch das Land NRW gefördert werden sollte. Das ATAD hat jedoch nur zwei große Herzenswünsche: Die schnelle Fertigstellung der Stadthalle, um dort wieder proben und spielen zu können. Und viele Zuschauer, die jedes Theaterstück feiern und Applaus spenden.

Der Abend in Datteln

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