Blutspende

Auf Blutspender ist Verlass – DRK-Termin in Horneburg fast ausgebucht

Geschäftiges Treiben herrschte am Montagnachmittag im Pfarrheim St. Maria Magdalena in Horneburg. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte zur Blutspende aufgerufen - und war fast ausgebucht.
Dieter Kusber (62) aus Oer-Erkenschwick spendet zum 63. Mal sein Blut. Abgenommen wird es von Antje Petrup, stellvertretende Teamleitung des Deutschen Roten Kreuzes. © Martin Pyplatz

58 Spender hatten sich an diesem Nachmittag vorab einen Termin zur Blutspende im Pfarrheim reserviert. Fazit: Fast ausgebucht. 64 Blutentnahmen sind bei dem vierstündigen Termin des DRK das Maximum, wie Antje Petrup, stellvertretende Teamleitung des DRK, erklärt. Sie hat die fünf Entnahmebetten und vier Ruheliegen genau im Blick. Piksen, Anzapfen, Nadel entfernen, die Blutkonserven beschriften, die Blutspender anschließend auf die Ruheliegen bitten – die Abläufe im Pfarrheim sind immer gleich.

Bevor es für die Spender auf die Liegen geht, müssen sie allerdings ein paar Stationen passieren. Angefangen von der Anmeldung und Handdesinfektion draußen am Eingang, über das Ausfüllen von Formularen im Eingangsbereich, der Messung der Körpertemperatur und des Hämoglobinwertes bis hin zum vertraulichen Arztgespräch. Erst dann geht es auf die Liege und das Blut kann fließen.

Viele sind Wiederholungstäter

Ein Prozedere, das die meisten Spender an diesem Nachmittag in- und auswendig kennen. Der Großteil von ihnen kommt regelmäßig zur Abgabe des Lebenssaftes. So wie Alexandra Behler. Sie hat sich bereits zum 45. Mal piksen lassen. „Ich gehe alle drei Monate zur Blutspende, wenn es geht“, sagt sie. An ihre erste Spende kann sie sich noch gut erinnern. Durch ein Plakat sei sie damals auf eine Blutspendeaktion aufmerksam geworden – seitdem gehört es für sie einfach dazu, Blut zu spenden. Die DRK-Termine hätten immer ein bisschen was von einem Familientreffen, pflichten ihr andere Spender bei.

Die „Wiederholungstäter“ kennen sich untereinander, man trifft sich dort, viele wohnen direkt in der näheren Umgebung. So wie Jan Thy (20), der den Altersdurchschnitt der Spender kräftig nach unten treibt und nur ein paar Meter entfernt wohnt. Er hat sich das Blutspenden von seiner Mutter abgeguckt, die selbst regelmäßig beim DRK dabei ist. Zum dritten Mal hält er an diesem Nachmittag seinen Arm hin.

Eine etwas weitere Anreise haben Maria Sobotta und ihr Sohn Martin Sobotta hinter sich. Sie wohnt in Oer-Erkenschwick, ihr Sohn in Langenfeld bei Düsseldorf. Er ist gerade auf Familienbesuch in der Stimbergstadt. Weil Mutter und Sohn schon häufig gemeinsam zur Blutspende gegangen sind, kam ihnen dieser Termin gerade recht und statt an der Familien-Kaffeetafel nahm das Mutter-Sohn-Gespann erstmal nebeneinander auf den Liegen Platz.

Keine Blutspendetermine in Flutgebieten möglich

Jedes Quartal wird ein fester Blutspendetermin vom DRK angeboten, erklärt Antje Petrup. Blut werde immer gebraucht, bekräftigen die DRK-Helfer. Im Moment noch einmal ganz besonders. Denn in den Regionen, die so stark von der Flutkatastrophe betroffen sind, ist an solche Blutspendeaktionen nicht zu denken, zu stark ist die Infrastruktur beschädigt. Ein konkreter Hilferuf nach Blutkonserven aus den Krisenregionen habe Datteln noch nicht erreicht, berichten die Mitarbeiter. Das abgezapfte Blut werde aber deutschlandweit eingesetzt, wissen sie.

Für Bernhard Burghoff (73) aus Meckinghoven ist Blutspenden eine Bürgerpflicht. „Ich hätte viel früher damit anfangen sollen“, sagt er und hofft, dass es in Zukunft noch viel mehr junge Leute es dem 20-jährigen Jan Thy gleichtun. Für Burghoff „läuft“ es dieses Mal bestens: Nach 4 Minuten und 40 Sekunden ist seine Spende schon beendet. „Das ist Rekord“, lacht er.

Den gemeinsamen Snack vermissen alle

Ganz gleich, woher die Spender an diesem Nachmittag im Pfarrheim kommen, wie oft sie schon gespendet haben, oder wie alt sie sind: In einem Punkt sind sie sich alle einig: Sie vermissen das gemeinsame Essen und Plauschen nach der Spende schmerzlich. Wegen der Corona-Pandemie gibt es den obligatorischen Snack zur Stärkung im Anschluss nur zum Mitnehmen. Und alle hoffen, dass sich das bald mal wieder ändert.

Blutspenden ab 18 Jahre

Blutspenden kann man ab 18 Jahren. Wer zum ersten Mal spendet, darf nicht älter als 68 Jahre sein und muss mindestens 50 Kilogramm wiegen. Wiederholspender dürfen bis einen Tag vor ihrem 76. Geburtstag Blut spenden. Wer Blut spenden möchte, sollte sich gesund fühlen. Bei der Spende selbst wird ein halber Liter Blut entnommen. Täglich werden in Deutschland über 15.000 Blutspenden benötigt.

Der Abend in Datteln

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt