Regionalverband Ruhr

Alternativen zur Dillenburg: CDU hat die Kraftwerksflächen im Blick

Verschwunden ist die Dillenburg als geplanter Gewerbestandort in den Plänen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) noch nicht. Die CDU macht jetzt weiter Druck, um Alternativen zu finden.
Dieser Standort an der Dillenburg zwischen Datteln und Oer-Erkenschwick wäre für CDU-Chef Patrick-Benjamin Bök kein Thema für Gewerbeansiedlungen. © ANDREAS KALTHOFF

Mit der Entscheidung der Generalversammlung des Regionalverbandes Ruhr, die Städte Datteln und Oer-Erkenschwick können Alternativen zum geplanten interkommunalen Gewerbestandort Dillenburg nennen, bahnt sich ein Kompromiss an. Solange die Dillenburg aber weiter in den Plänen der Kooperationsstandorte auftaucht, wollen Grüne und CDU in beiden Städten nicht locker lassen.

Das bekräftigten die Parteien in einer gemeinsamen Erklärung zur Dillenburg. Alle Beteiligten verwiesen auf deutlich besser geeignete Areale für Gewerbeansiedlungen. Aber wo finden sich diese in Datteln? CDU-Chef Patrick-Benjamin Bök hatte deutliche Worte in Richtung RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel (SPD) gefunden und sie prompt zu einem Ortstermin am Haardrand, auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Dillenburg eingeladen. „Wenn wir ihr das hier zeigen, kann sie eigentlich nicht zu dem Entschluss kommen, dass dieser Standort geeignet ist“, sagt Bök.

CDU-Chef bringt Kraftwerksflächen ins Spiel

Die Gründe sieht er nicht nur in der Umwelt, die unnötig belastet werden würde, sondern auch in der Infrastruktur. Die ist in dem Gebiet nicht vorhanden, der Verkehr müsste durch Datteln oder Oer-Erkenschwick geleitet werden.

Anders sieht das bei einem Alternativvorschlag aus, den Bök ins Spiel bringt. „Es stehen doch Flächen zur Verfügung“, sagt er. Vor dem Hintergrund des Altkraftwerk-Rückbaus nennt er die Fläche von Datteln 1-3. „Die könnte man dort gut einbringen“, sagt Bök, da dort sowieso Gewerbeansiedlung geplant sei, „das wäre dann natürlich nicht unbedingt ein Kooperationsstandort mit einer anderen Stadt.“

Und Bök geht sogar noch weiter: Auch mit der Kraftwerksfläche von Datteln 4 könne und müsse man schon planen. Zudem habe die Stadt für das Wirtschaftskonzept des Kreises Recklinghausen im Jahr 2015 Flächen benannt. Eine davon liege direkt gegenüber vom Uniper-Kraftwerk, sodass dieses Areal ebenfalls dazu eingeplant werden könnte. „Und östlich davon entsteht zudem noch eine Straße, die B474n, die den Verkehr aus diesem Gewerbegebiet besser steuern kann, als es an der Dillenburg möglich sein wird“, sagt Bök.

Gewerbestandort wird Zeit brauchen

„Es muss ja nicht morgen fertig sein“, sagt der Dattelner CDU Fraktions- und Parteichef und warnt vor einem Schnellschuss an der Dillenburg. Dauern würden diese Projekte eh länger, sagt Bök und übt Kritik an der Stadt Datteln: „Wenn man den newPark schon nicht entwickelt bekommt, wird das auch Zeit brauchen.“

In Sachen Löringhof-Flächen könnte sich Bök sogar eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Waltrop vorstellen. Generell warnt er aber davor, ausschließlich nach Flächen an Stadtgrenzen zu suchen, die dafür wie im Fall der Dillenburg extra erschlossen werden müssten.

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