Zum 60. Geburtstag von Michael Zorc: 09 Fakten zur BVB-Legende

Redakteur
Der frühere BVB-Sportdirektor Michael Zorc vor der Südtribüne.
BVB-Legende Michael Zorc feiert seinen 60. Geburtstag. © imago / Kirchner-Media
Lesezeit

„Deine Träume wurden unsere Geschichte“ steht in riesigen Lettern auf einer Hauswand im Dortmunder Kreuzviertel. Gestaltet wurde das Kunstwerk zu Ehren von Michael Zorc, der heute seinen 60. Geburtstag feiert. Wir haben 09 Fakten zum ehemaligen BVB-Spieler und Sportdirektor zusammengestellt:


01.) Ewiger Borusse: 572 Pflichtspiele. 159 Tore. Alles für Borussia Dortmund, bis heute unübertroffen. Allein als Spieler von Borussia Dortmund hat sich Michael Zorc den Heldenstatus verdient. Der Jubilar streifte sich während seiner Profizeit von 1981 bis 1998 nur das schwarzgelbe Trikot über, neun Jahre davon als Kapitän. Der Übergang ins Dortmunder Management war nahtlos und ist mit 24 Jahren ebenfalls ein Rekord. Schon gewusst? Zorc, der sieben A-Länderspiele bestritt, wurde bei der U18-WM 1981 als zweitbester Spieler des Turniers mit dem silbernen Ball ausgezeichnet.


02.) Von 100 auf 0:
Es ist eine Art kalter Entzug. Michael Zorc ist seit dem Ende seiner Zeit beim BVB von der Bildfläche verschwunden. Das aber mit Ansage: „Um ganz ehrlich zu sein: Der Plan ist, dass ich ab Sommer 2022 keinen Plan habe“, verriet er bereits 2021. Im Stadion ist Zorc aber noch anzutreffen: „Ich habe mir meine Dauerkarten schon gesichert und werde in Reichweite zu Aki Watzke das Treiben auf dem Rasen kritisch beäugen.“

Ex-BVB-Spieler Shinji Kagawa im Stadion.
Die Verpflichtung von Shinji Kagawa war der BVB-Königstransfer von Michael Zorc. © imago / Sven Simon

03.) Rendite von 4200 Prozent: Es war sein Königstransfer. 2010 lotste Zorc das völlig unbeschriebene Blatt Shinji Kagawa nach Dortmund. Der damals 21-jährige Japaner wurde für eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 350.000 Euro von Cerezo Osaka nach Dortmund geholt. Nur zwei Jahre später verließ Kagawa als Publikumsliebling das Ruhrgebiet wieder und schloss sich Manchester United an. Die Ablöse beim Wechsel auf die Insel: 15 Millionen Euro, das entspricht einer satten Rendite von 4200 Prozent.


04.) Knurriger Westfale – herzhaftes Lachen: Vor der Kamera wirkte Zorc bisweilen grimmig und mürrisch. Bei Niederlagen fand er deutliche Worte, sparte auch nicht mit deftiger Kritik an der eigenen Mannschaft. Fühlte er sich oder andere Borussen unfair behandelt, wehrte er sich wortgewaltig dagegen. Doch abseits des Rampenlichts lachte der frische gebackene 60-Jähre durchaus herzhaft und war stets für einen flapsigen Spruch zu haben. Eines war Zorc immer: authentisch.

05.) Sieg im ersten Finale: Vom ersten Profieinsatz 1981 bis zum ersten Endspiel dauerte es acht lange Jahre. 1989 war es soweit: Im Endspiel des DFB-Pokals traf der BVB auf Werder Bremen. Im Gegensatz zur historischen Last-Minute-Niederlage am vergangenen Samstag fand das Duell unter umgekehrten Vorzeichen statt: Werder war der Favorit. Doch die Borussia gewann den Titel und somit siegte Michael Zorc gleich bei seiner Finalpremiere.


06.) Interesse aus dem Ausland: Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembele oder Christian Pulisic: Unter Zorc landete der BVB zahlreiche Top-Transfers. Kein Wunder, dass auch andere Vereine die Fühler nach dem damaligen Sportdirektor ausstreckten: „Es gab aus dem Ausland das eine oder andere Mal Interesse, aber genau so, wie es gelaufen ist, ist es gut gewesen“, bestätigte Zorc die Anfragen. Er blieb Dortmund immer treu.

Michael Zorc flachst mit Dede.
Michael Zorc erster BVB-Transfer: Dede (l.). © imago / Team 2

07.) Erster Transfer – erster Glückgriff: Gleich der erste Transfer von Michael Zorc war ein Glücksgriff: Leonardo de Deus Santos, kurz Dede, wurde vom damaligen Novizen 1998 nach Dortmund gelockt. „Ich habe Michael Zorc in Brasilien im Hotel getroffen. Er sprach kein Portugiesisch, ich kein Deutsch. Aber ich habe schnell gemerkt, dass das einfach passt, dass das meine Chance ist. Also ging ich nach Dortmund“, berichtete Dede einige Jahre später.


08.) Klare Worte gegen Bayern-Attacken:
„Salihamidzic sollte seine Klappe halten und sich zu den Themen von Bayern München äußern. Was glaubt er eigentlich, wer er ist?“ So deutlich wurde Zorc im Kicker-Interview nach kritischen Äußerungen des Bayern-Sportvorstandes Hasan Salihamidzic. Aber auch der heutige FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß bekam sein Fett weg: „Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch“, echauffierte sich Zorc nach Kritik von Hoeneß an der Dortmunder Transferpolitik.

Eine Junge des Ruhrgebiets: BVB-Legende Michael Zorc. © imago / Kirchner-Media

09.) Rosicky statt Fukal: Im Jahr 2000 reiste Zorc zu einer Partie von Sparta Prag. Sein Ziel: Milan Fukal beobachten. Doch statt Fukal fiel ihm ein anderer Spieler des tschechischen Hauptstadtklubs auf: Tomas Rosicky. Für den Mittelfeldregisseur nahm er 25 Millionen Mark in die Hand. Fortan wirbelte Rosicky im Ruhrgebiet. Fukal übrigens wechselte zum HSV – und enttäuschte.