Borussia Dortmund

Ohne Abwehr, gegen innere Widerstände: So könnte der BVB bei Hertha BSC spielen

Borussia Dortmund kämpft am Ende einer kräftezehrenden Hinrunde bei Hertha BSC gegen die inneren Widerstände - und muss seine Innenverteidigung ersetzen. So könnte der BVB in Berlin spielen.
Für Marco Rose und den BVB endet in Berlin eine kräftezehrende Hinrunde. © dpa

Für Borussia Dortmund gehören diese Szenen zu den schönsten Bildern des Jahres. Marco Reus, der beidhändig und breitbeinig den golden glitzernden DFB-Pokal in die Höhe stemmt. Lukasz Piszczek, den zum Karriereende die Tränen übermannen. Edin Terzic, der sich mit der rechten Faust inbrünstig auf sein schwarzgelbes Herz schlägt. Sieben Monate liegt dieser Triumph zurück, und wenn der BVB heute Abend (18.30 Uhr, live bei Sky) wieder ins Berliner Olympiastadion fährt, mag sich manch Borusse daran erinnern.

BVB-Boss Watzke: „Mannschaft soll sich einfach zusammenreißen“

Bis zum Anpfiff müssen dann alle Sentimentalitäten enden. Ohne einen Sieg bei Hertha BSC wäre die Bundesliga-Hinrunde für Trainer Marco Rose nur „anständig“, mit einem Dreier wiederum „sehr anständig“. Sein Chef Hans-Joachim Watzke wird sogar deutlich: „Die Mannschaft soll sich einfach zusammenreißen. Sie hat danach zwei Wochen Urlaub. Es ist ein lohnendes Ziel, mit 37 Punkten aus der Runde zu gehen.“

Torpediert werden die Vorbereitungen von zwei personellen Rückschlägen. Torhüter Gregor Kobel und Abwehrchef Mats Hummels (beide erkältet) flogen nicht mit der Mannschaft nach Berlin. Für sie dürften Marwin Hitz und Emre Can in die Startelf rücken. Immerhin kehrten Marius Wolf und Raphael Guerreiro (beide muskuläre Probleme) in den Kader zurück, der paradoxerweise, nach einem 3:0-Sieg auf Wiedergutmachung aus ist.

BVB-Trainer Rose: „Haben Bälle gespielt, die es gar nicht gibt“

Nach dem erschreckend schwachen Gekicke gegen Greuther Fürth hat die Mannschaft selbstkritisch ihre Leistung analysiert und Besserung gelobt. „Wir haben gegen Fürth Bälle gespielt, die es gar nicht gibt“, ächzte Rose noch am Freitag bei der Pressekonferenz, „das war über weite Strecken nicht gut. Wir müssen anders auftreten. Sonst wird es schwer, in Berlin etwas zu holen.“

Wie schwer die konstant inkonstante Hertha dem BVB beim Einkehrschwung in die Parade fahren kann, darüber lässt sich nur mutmaßen. Unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut gab es zwei ansprechende Auftritte, dann am Dienstag ein desolates 0:4 beim FSV Mainz 05. In Berlins Auswahl finden sich prominente und teure Namen, in die Erfolgsspur findet der „Big City Club“ trotzdem seit Langem nicht.

Berlin soll für den BVB erneut eine Reise wert sein

Wie ist der Gegner einzuschätzen? „Wir sollten immer davon ausgehen, dass sie an dem Tag ihre bestmögliche Leistung bringen“, meint Rose. Nach sechs Monaten in Dortmund hat auch er leidvoll festgestellt, dass gegen den BVB viele Teams besonders heiß auflaufen, also auch Hertha BSC. „Sie können einer Topmannschaft ein Bein stellen. Dementsprechend müssen wir besser mit Widerständen umgehen, als wir es am Mittwoch gegen Fürth gemacht haben.“

Nicht zuletzt geht es zum Ende kräftezehrender Monate auch gegen die inneren Widerstände. Noch einmal die Beine locker und den Kopf frei machen, drei Punkte einsammeln zum Ende eines wilden, pandemiebedingt emotional gedämpften Jahres – dann wären die Borussen vorweihnachtlich eingestimmt, und dann wäre auch Berlin einmal mehr eine Reise wert.

So könnte der BVB bei Hertha BSC spielen:

Hitz – Meunier, Can, Zagadou, Guerreiro – Witsel, Dahoud – Brandt, Reus – Haaland, Malen

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