„Nicht einfach frei Schnauze“: Brandt-Aussagen sorgen bei BVB-Fans für Diskussionen

Redakteur
BVB-Spieler Julian Brandt gibt Anweisungen.
Mittelfeldspieler Julian Brandt erlebt eine BVB-Zeit mit Höhen und Tiefen. © imago / RHR-Foto
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Dass Julian Brandt im BVB-Trikot polarisiert, ist nach drei Jahren Borussia Dortmund auch ihm selbst natürlich längst aufgefallen. Zwei Lager gebe es, sagt der 26-Jährige, „die einen finden es geil, was ich mache, den anderen gehe ich seit drei Jahren mit meinem Spielstil auf den Sack.“ Was auf dem Platz gilt, hat auch Gültigkeit für einige Interviews von Julian Brandt – wie das, aus dem das genannte Zitat stammt und das nun für Aufregung im Dortmunder Fan-Lager sorgt.

Brandt über das Rose-Aus beim BVB: „Das war schon krass“

Brandt hat gut 90 Minuten lang im gemeinsamen Podcast vom kicker Sportmagazin und dem Streamingsender DAZN Rede und Antwort gestanden. Aufgezeichnet wurde dieser einen Tag nach der überraschenden Entlassung von Trainer Marco Rose. Als er davon erfahren habe, sagt Brandt, habe er an einen Scherz geglaubt und sei dann für „bestimmt zehn Minuten“ in eine „Schockstarre“ verfallen. „Am Ende ist es nicht mein Job, das zu kommentieren. Aber das kam total überraschend. Das war schon krass.“

Der Trainerwechsel in Dortmund ist aber nur ein Randaspekt der Podcast-Folge, in der es vielmehr um die Person Julian Brandt geht, seine Zeit beim BVB und die Sicht auf seine Art, wie er Fußball spielt, wie er Fußball definiert – und wie er sich weiterentwickelt hat in den nun schon neun Jahren Profifußball mit 260 Einsätzen in der Bundesliga.

BVB-Mittelfeldspieler Julian Brandt: „Ich bin kein Brecher“

Vor allem an einer Passage des Gesprächs, in der es um sein verbesserungswürdiges Defensivverhalten geht, entzünden sich in den sozialen Medien rege Diskussionen und auch harsche Kritik. Brandt sagt dort: „Bei allen Trainern, die ich hatte, hatte ich offensiv nie Probleme. Ich hatte Trainer, die ich defensiv maximal gebrochen habe. Jeder erzählt mir dasselbe, bei neuen Trainern höre ich immer wieder dieselben Sachen.“ Auch eine andere Aussage Brandts kam nicht gut an: „Ich gehe nicht mit der Erwartung da rein, dass mich jeder mag mit meinem Spielstil. Du musst dem, was du machst, treu bleiben. Dieses Anpassen ist auf Dauer nix.“

Die lockere, insgesamt eher flapsige und manchmal ironische Tonart der Unterhaltung bemerkten offenbar nicht alle Hörer des Podcasts, die anschließend Brandt für eine unprofessionelle Berufsauffassung geißelten. Dabei fand der 26-Jährige im weiteren Verlauf auch selbstkritische Worte: „Ich bin kein Brecher, das werde ich auch nicht werden. Ich bin kein Sven oder Lars Bender, ich weiß aber schon, dass gewisse Sachen nötig sind, um der Mannschaft zu helfen. Dazu zählt kompaktes defensives Verhalten, das ist auch eine Sache, wo ich dran arbeite.“ Bei ihm, gibt Julian Brandt dann zu, sei das „ein extremes Thema vom Kopf her. Gehe ich voll in den Zweikampf rein mit der Gewissheit, Bein an Bein, da kann es weh tun. Oder stelle ich den Gegenspieler nur. Es geht um die Hartnäckigkeit, den Zweikampf gewinnen zu wollen.“

Julian Brandt äußert sich zur Kritik via Instagram

Die überwiegend negativen Reaktionen im Netz veranlassten den blonden Mittelfeldspieler dann am Samstag zu einer expliziten Klarstellung via Instagram: „Der Podcast wurde grundsätzlich mit ein wenig Augenzwinkern geführt. Im Nachhinein war es naiv von mir zu glauben, man würde das raushören. Auch in dem Thema werde ich mich wohl noch verbessern müssen und künftig nicht einfach frei Schnauze drauflos reden.“

© julianbrandt / Instagram

Kein Trainer, so Brandt weiter, sei seinetwegen „in zwei Teile zerbrochen oder hat sich verarscht gefühlt. Wir arbeiten hart mit viel Freude an meinen Stärken, aber vor allem auch an meinen Schwächen.“