Borussia Dortmund

Mehr Tore als Spiele für den BVB: Erling Haaland zaubert gegen Frankfurt

Bei Erling Haaland gehen einem die Superlative aus. Der Norweger ist beim 5:2 gegen Frankfurt an allen BVB-Treffern beteiligt und hat nun mehr Tore als Spiele für Borussia Dortmund auf dem Konto.
Die BVB-Profis bejubeln den perfekten Saisonstart gegen Frankfurt. © dpa

Aller Anfang ist schwer? Von wegen. Mag die Vorbereitung noch so holprig gelaufen sein. Im Pflichtspielbetrieb ist Borussia Dortmund umgehend auf Touren und setzt gleichein richtiges Statement. Dank des 5:2-Triumphs gegen Eintracht Frankfurt baut der BVB seine Serie aus und gewinnt zum siebten Mal in Serie sein Auftaktspiel in der Bundesliga. Zugleich stellen die Schwarzgelben ihren Vereinsrekord von acht Bundesliga-Siegen in Serie ein. Zuletzt war das 2011/2012 in der Meistersaison unter Jürgen Klopp der Fall.

Knapp 25.000 BVB-Fans sind früh außer Rand und Band

Der neue Coach Marco Rose erlebt nach dem 3:0-Sieg im DFB-Pokal beim SV Wehen Wiesbaden auch ein gelungene Premiere im Signal Iduna Park – erstmals wieder vor 25.000 Zuschauern, die schon früh außer Rand und Band sind. Und deren Sehnsucht auf Fußball offenbar genauso groß ist wie die der Elf, die Marco Rose von der Kette lässt. Denn der BVB kennt in den ersten 45 Minuten nur eine Richtung: unablässig vorwärts.

In der Anfangsformation überrascht Rose in der Viererkette mit Axel Witsel anstelle des dort erwarteten Emre Can, der gar nicht im Kader steht. In seinem 4-4-2-System mit Raute gibt er zudem Thorgan Hazard anstelle von Steffen Tigges neben Erling Haaland den Vorzug. Der Rest des Teams bleibt gegenüber der Vorwoche unverändert und auch unverändert gierig.

BVB-Trainer Marco Rose gibt Thorgan Hazard den Vorzug

Im Tor steht die neue Nummer eins Gregor Kobel, der unter der Woche von seinen neuen Teamkollegen („Wir haben eine geile Truppe“) geschwärmt hat. Davor sortiert sich die Viererkette mit Nico Schulz, Manuel Akanji, Axel Witsel und Felix Passlack. Zentral defensiv zieht Mahmoud Dahoud die Strippen, auf den Halbpositionen spielen Jude Bellingham und Giovanni Reyna. Offensiv zentral lauert Marco Reus, in vorderster Linie sind Erling Haaland und der häufig etwas hängend agierende Thorgan Hazard mit dem Toreschießen betraut.

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Die Eintracht hat einen schweren Stand. Ohne den nach Leipzig abgewanderten Andre Silva und ohne den verletzten Kapitän Sebastian Rode findet sie praktisch keine Mittel. Der BVB legt gleich engagiert los. Nicht mal eine Minute ist absolviert, da serviert Marco Reus Erling Haaland einen flach ausgeführten Freistoß, doch Danny Da Costa ist zur Stelle und bereinigt. In der 8. Minute die erste Chance für den BVB: Dahoud mit einem Steilpass auf Hazard, der legte quer für Haaland, doch der verpasste das Leder.

BVB-Kapitän Marco Reus erzielt seinen 100. Bundesliga-Treffer

Der Vorwärtsdrang der Gastgeber ist unübersehbar. Aber noch hält die Defensive der Eintracht. In der 23. Minute ist die Barrikade der Gäste jedoch erstmals angeknackst. Thorgan Hazard erobert den Ball, schickt Erling Haaland auf Höhe der Mittellinie auf die Reise. Der Norweger wirft den Turbo an, schüttelt seine Bewacher ab, serviert für Marco Reus und der schiebt zur verdienten 1:0-Führung ein.

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Bundesliga, 1. Spieltag: BVB – Eintracht Frankfurt 5:2 (3:1)

Es ist Reus‘ 100. Bundesliga-Treffer für den BVB. Die Freude darüber währt allerdings nicht lange. Bereits in der 27. Minute gleichen die Frankfurter durch ein Eigentor von Felix Passlack zum 1:1 aus. Der BVB-Rechtsverteidiger ist beim bis dato besten Angriff der Gäste zwar vor dem heranstürmenden Rafael Borre am Ball, schiebt diesen aber bei einem Klärungsversuch an Gregor Kobel vorbei ins eigene Netz.

Die schnelle BVB-Antwort über Reus, Haaland und Hazard

Ein Missgeschick, das keinerlei Wirkung hinterlässt. Bereits fünf Minuten später hat der BVB den alten Abstand wiederhergestellt. Mit einer Balleroberung von Axel Witsel nimmt der Treffer seinen Ausgang. Dann geht alles ganz schnell: Reyna auf Reus auf Haaland auf Hazard, der hämmert aus spitzem Winkel drauf – 2:1 (32.). Für die Eintracht geht das Dortmunder Pressing viel zu schnell, sie kann kaum folgen. Der nächste Treffer lässt deshalb auch nicht lange auf sich warten.

Langer Ball von Torwart Gregor Kobel, in der Mitte gewinnt Marco Reus das Kopfballduell und leitet weiter auf Erling Haaland, der bringt die Fußspitze zwischen Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger – und entwischt. Der Rest ist fast schon Formsache: Kevin Trapp ist chancenlos – 3:1 (34.) für den BVB. Nun geht es Schlag auf Schlag, fast erzielt Nico Schulz (36.) auch noch das 4:1, Trapp rettet aber per Fußabwehr. Die Eintracht hängt nun in den Seilen. Der BVB will letzte Zweifel noch vor der Pause ausräumen. Das vermeintliche 4:1 durch Marco Reus (40.) aber wird aberkannt, da der Ball vorher bereits im Aus ist.

Giovanni Reyna macht für Borussia Dortmund alles klar

Die Hessen sind mit dem 1:3-Rückstand zur Halbzeit noch gut bedient. Doch sie starten gleich nach Wiederanpfiff mit einer guten Chance: Rafael Borre zwingt Gregor Kobel mit einem platzierten Kopfball zu einer Flugeinlage (47.). Im Gegenzug hätte es beinahe wieder bei Kevin Trapp eingeschlagen, doch weder Marco Reus noch Erling Haaland kriegen die Kugel im Tor unter, nachdem Nico Schulz sich durchgesetzt hat.

Doch auch die Gäste haben nun im Gegensatz zum ersten Durchgang gute Offensivmomente: In der 55. Minute taucht erneut Borre vor Kobel auf, zielt aber drüber. Das Aufbäumen der Eintracht erstickt der BVB umgehend im Keim. In der 58. Minute reißt er die Frankfurt Barriere endgültig ein. Gemeinsam wurschteln und kombinieren sich die Dortmunder Offensiven durch den Strafraum, vollenden darf diesmal Giovanni Reyna – 4:1.

Donyell Malen erlebt seine BVB-Premiere im Signal Iduna Park

Frankfurt findet trotzdem häufiger Lücken in der Dortmunder Defensive, Schaden richten sie aber nicht an. Beim Versuch Borres (64.) blockt Manuel Akanji. In der 70. Minute haben die BVB-Fans den nächsten Torjubel auf den Lippen – diesmal müssen sie noch kurz warten. Denn der Treffer wird vom VAR gecheckt, doch Haaland steht beim Reus-Zuspiel nicht im Abseits und trifft zum 5:1 (70.). Sein 62. Treffer für Borussia Dortmund im 61. Pflichtspiel. Erling-Haaland-Sprechchöre schwappen durch das Stadion.

Hinein in die gute Stimmung kommt für die Schlussviertelstunde ein Doppelwechsel. Marco Rose bringt für Jude Bellingham und Thorgan Hazard neben Thomas Delaney auch Donyell Malen, der sein Bundesliga-Debüt gibt. Wenig später wird Axel Witsel mit Standing Ovations verabschiedet, Antonios Papadopoulos nimmt seinen Platz in der Innenverteidigung ein – und feiert ebenfalls seine Premiere im Oberhaus. Einen kleinen Schockmoment erleben die Schwarzgelben dennoch, als Malen in der 82. Minute am Boden liegt. Nach einem Bodycheck von Christopher Lenz tritt Filip Kostic dem Niederländer versehentlich auf die Innenseite des Oberschenkels. Doch nach kurzer Behandlung geht es für Malen weiter.

BVB-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt macht Lust auf mehr

Nicht ganz auf der Höhe ist die Borussia wenig später, als Jens Petter Hauge nach einem Eckball recht unbedrängt auf 2:5 (86.) verkürzt. Kurz vor dem Ende ist die Laune aber schon wieder prächtig. Reus und Reyna gehen unter Applaus vom Feld. Dafür werden Steffen Tigges und Youssoufa Moukoko, der nach monatelanger Pause sein Pflichtspiel-Comeback gibt, eingewechselt. Der BVB fährt einen hochverdienten 5:2-Erfolg ein, der ganz viel Lust auf mehr gemacht hat.

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