Stichtag 15. Oktober

Heinrich Ruhmhofer: Der Mann aus der legendären BVB-Straßenmannschaft wird 100

Heinrich Ruhmhofer gilt als der Entdecker von BVB-Legende „Hoppy“ Kurrat und „der“ rechte BVB-Verteidiger. Am 15. Oktober feiert er seinen 100. Geburtstag. Unser Zeitspiel.
Die A-Jugend-Westfalenmeister des BVB von 1939. © Repro: Kolbe

Heinrich Ruhmhofer war „der“ rechte BVB-Verteidiger der großen BVB-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Er paarte ein sicheres Stellungsspiel mit einer fundierten Technik, weiten Abschlägen und einem guten Auge für die jeweilige Situation. Sein konsequentes Deckungsspiel setzte so manchen Klassestürmer schachmatt und brachte ihn bis in Herbergers Notizbuch. Seine Vorzüge machten ihn zu einem der besten Verteidiger des Westens. Gemeinsam mit Max Michallek und „Pat“ Koschmieder gehörte Ruhmhofer bereits zur A-Jugend des BVB, die 1939 „HJ-Bezirksmeister“ – heute würden wir sagen Westfalenmeister – wurde.

Heinrich Ruhmhofer und die legendäre Hitzeschlacht des BVB zu Stuttgart

1947 gehörte er zu der legendären Elf, die gegen Schalke Westfalenmeister wurde, 1948 und 1949 Westdeutscher Meister und im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1949 in der Hitzeschlacht zu Stuttgart gegen den VfR Mannheim knapp unterlag.

Heinrich Ruhmhofer stammte aus der legendären Straßenmannschaft der Robertstraße in der Nähe der Dreifaltigkeitskirche. Paul Falk, ebenfalls vom Borsigplatz, der Olympiasieger 1952, Weltmeister und Europameister im Eiskunstlauf und selber ein begeisterter Fußballer, erinnerte sich in einem Gespräch über seine Jugend im Dortmunder Norden: „Ja, die Robertstraße hatte die beste Verteidigung in Dortmund. Wenn wir als Straßenmannschaft kickten, waren wir unschlagbar.“

BVB-Straßenmannschaft: Heinrich Ruhmhofer und Co. bildeten ein „unüberwindliches“ Abwehrbollwerk

Zum Team gehörten damals Günther „Bubi“ Rau, Heinrich Ruhmhofer und Erwin Halfen, die alle im selben Haus in der Robertstraße wohnten, und nach 1945 in der ersten Mannschaft von Borussia ein „unüberwindliches“ Abwehrbollwerk als Torhüter und Außenverteidiger bildeten.

Nach dem Ende seiner aktiven Zeit beim BVB gab der „Heini“ seine Erfahrungen als BVB-Jugendtrainer an den fußballerischen Nachwuchs des Borsigplatzes weiter. Er hatte die Gabe, „junge Wilde“ zu disziplinieren und ihnen ein fundiertes taktisches Verhalten auf dem Platz zu vermitteln. Dies tat er, wie sich Friedhelm „Pere“ Meyer, der spätere Verteidiger, oft und gern erinnerte, auf eine Art und Weise, die den jungen Kickern große Freude bereitete.

Ruhmhofer entdeckte BVB-Legende „Hoppy“ Kurrat

Sein größter Erfolg als Jugendcoach war der Gewinn der Westfalenmeisterschaft 1960. Ruhmhofer hatte auch ein waches Auge für die begabten Nachwuchskicker aus der Nachbarschaft. So entdeckte er beim FC Merkur einen talentierten Jungen namens Dieter „Hoppy“ Kurrat, den späteren Meisterspieler und Europacupsieger und holte ihn zu den Schwarz-Gelben.

„Ruhmhofer war einer der großen Nachkriegsspieler des BVB, denen es gegeben war, Verantwortung und Führung für junge Fußballer zu übernehmen. Jene Jungens, die das Glück hatten, von ihm trainiert zu werden, haben ihn immer geschätzt, ja, sogar verehrt,“ so Pere Meyer weiter.

Nach seiner aktiven Zeit stellte sich Ruhmhofer als Mitglied des Ältestenrates und Mitstreiter von Aloys Scheffler über viele Jahre hinweg weiterhin uneigennützig in den Dienst von Borussia Dortmund. Am 15. Oktober 2021 feiert er seinen 100. Geburtstag.