Borussia Dortmund

Happy End im Olympiastadion: Marco Reus führt den BVB zum Pokalsieg

Der BVB zeigt sich zum Ende einer turbulenten Saison mit Höhen und vielen Tiefpunkten von seiner besten Seite. Angeführt von Marco Reus beendet Borussia Dortmund in Berlin die titellose Zeit.
BVB-Kapitän Marco Reus (M.) nimmt den DFB-Pokal entgegen. © dpa

Den erleichterten und freudestrahlenden Siegern fehlte fast die Kraft zum Jubeln. Es waren begeisternde 90 Minuten, die kaum Zeit zum Durchschnaufen ließen. Nach der 3:0-Pausenführung sah Dortmund schon wie der Sieger aus, musste aber nach dem Wiederanpfiff bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus gehen. Mit 4:1 triumphierte der BVB am Ende eines denkwürdigen Pokal-Endspiels über RB Leipzig.

Der BVB erwischt gegen Leipzig einen Traumstart

In der doch sehr tristen Atmosphäre des leeren Olympiastadions erwischte der BVB einen Traumstart. Marco Reus stibitzte Kevin Kampl den Ball vom Fuß, über Erling Haaland und Mahmoud Dahoud landete der Ball bei Jadon Sancho. Perfekte Position für den Engländer am linken Strafraumeck, kurzer Haken, toller Schlenzer – Leipzigs Peter Gulasci streckte sich vergeblich (5.).

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Dass sowohl Mukiele als auch Klostermann Sancho nicht energisch attackierten, rächte sich für die Roten Bullen, die geschockt wirkten und trotz eines hohen Ballbesitzanteils in den Minuten nach dem Rückstand kein Mittel gegen die gut formierte Dortmunder Deckung fanden.

BVB-Stürmer Erling Haaland per Traumtor zum 2:0

Die Phase mit einem erkennbaren Leipziger Übergewicht überstand der BVB um die umsichtig agierenden Innenverteidiger Mats Hummels und Manuel Akanji problemlos. Es war schon da ein intensives, verbissenes Spiel, in dem der Borussia dann eine erneut perfekte Aktion des starken Reus reichte, um auf 2:0 davonzuziehen. Gedankenschnell leitete Dortmunds Kapitän nach Ballgewinn von Dahoud auf Erling Haaland weiter, der ließ sich auch vom bulligen Dayot Upamecano nicht bremsen – es war ein absolutes Traumtor (28.).

Und ein Wirkungstreffer für merkwürdig verkopft agierende Leipziger, deren spielerische Klasse nur einmal vor Roman Bürki zum Tragen kam, als Can gegen Olmo schlecht aussah und Sörloth nur das Außennetz traf (39.). Mit dem 3:0 kurz vor dem Pausenpfiff krönte die Borussia eine fast perfekte erste Hälfte. Dahoud schickte Reus gegen eine ohne Absicherung agierende Abwehr der Sachsen in die Tiefe, vor Gulasci legte Reus quer auf Sancho. Schiedsrichter Felix Brych pfiff zwar zunächst eine vermeintliche Abseitsstellung von Reus, wurde aber zu Recht von seinen Video-Kollegen korrigiert.

Der BVB gerät in den zweiten 45 Minuten massiv unter Druck

Mit viel Wut versuchte Leipzig nach Wiederbeginn das fast Unmögliche. Der eingewechselte Nkunku traf nach Stellungsfehler des durchgehend sehr fahrigen Raphael Guerreiro die Latte (46.). Abschlüsse von Sabitzer und Olmo forderten Roman Bürki innerhalb von Sekunden mehr als in den kompletten ersten 45 Minuten. Wie am Samstag in Dortmund geriet der BVB massiv unter Druck. Hazard vergab die Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung (66.). Dafür witterte Leipzig mit dem 1:3 durch Olmo (71.) plötzlich doch noch eine kleine Chance. Glück für Dortmund, dass Olmo (74.) und Nkunku (82.) das 2:3 verpassten.

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Jadon Sancho hätte alles klar machen müssen, als er nach Steilpass des eingewechselten Delaney allein auf Gulasci zulief, den Torhüter umkurvte, dann aber fast schon arrogant viel zu lange mit dem Abschluss ins leere Tor wartete (84.). Das sorgte für Entsetzen auf der Dortmunder Bank – das sich in riesengroßen Jubel wandelte, als Haaland die nächste doppelte Überzahl mit dem erlösenden 4:1 abschloss (88.). Borussia Dortmunds fünfter Pokalsieg der Vereinsgeschichte war nach 90 hochklassigen Minuten am Ende hoch verdient – aber genau so hart erarbeitet, wie man das zuvor erwartet hatte.

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