Europameisterschaft

EM-Tag aus BVB-Sicht: Mbappe scheitert! Akanji und Schweiz werfen Frankreich raus

BVB-Verteidiger Manuel Akanji zieht mit der Schweiz ins Viertelfinale ein. Das Spiel ist an Dramatik kaum zu überbieten. Frankreich-Star Kylian Mbappe scheitert im Elfmeterschießen.
Granit Xhaka (l.) und BVB-Profi Manuel Akanji (Mitte) stoppen Kylian Mbappe. © imago images/PanoramiC

Der Weltmeister ist raus – und wie! Turnier-Favorit Frankreich scheiterte am Montagabend in einem packenden und turbulenten Achtelfinale trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung an der nie aufsteckenden Schweiz mit BVB-Innenverteidiger Manuel Akanji. Die Eidgenossen gewannen mit 5:4 im Elfmeterschießen, nachdem sie sich durch eine großartige Aufholjagd zum 3:3 (1:0) nach regulärer Spielzeit in die Verlängerung gerettet hatten. Gladbach-Torhüter Yann Sommer parierte den entscheidenden Elfmeter von Frankreich-Star Kylian Mbappe.

Achtelfinale: Frankreich – Schweiz 4:5 n.E.

So lief das Spiel: Nach dem Tor von Haris Seferovic (15. Minute) für die Schweiz drehte Altstar Karim Benzema (57. und 59.) zunächst die Partie innerhalb kürzester Zeit. Paul Pogba traf zudem weltmeisterlich (75.). Doch erneut Seferovic (81.) und Mario Gavranovic (90.) erzwangen die Nachtschicht in Bukarest. Kylian Mbappè verschoss für Frankreich den letzten Elfmeter.

Nach dem Anpfiff des Argentiniers Fernando Andres Rapallini, der als erster Nicht-Europäer ein K.o.-Spiel bei einer EM leitete, belauerten sich beide Teams zunächst. Im Spiel setzten sich dann auch die Eidgenossen zuerst in Szene und gingen gegen die uninspirierten Franzosen in Führung. Der Ex-Frankfurter Haris Seferovic (15.) köpfte nach Flanke des Eintracht-Profis Steven Zuber zu seinem 23. Länderspiel-Treffer ein, nachdem Clement Lenglet als zentraler Mann der Abwehr das entscheidende Kopfballduell verloren hatte. Die Schweizer hatten keine Mühe, mit ihrem grundsoliden Spiel die Führung mit in die Pause zu nehmen.

Die Franzosen kamen mit veränderter Formation und Coman zurück auf den Platz, blieben aber trotzdem zunächst ungewöhnlich harmlos. Und dann patzte auch noch Bayerns Benjamin Pavard und foulte Zuber im Strafraum. Referee Rapallini gab nach Videobeweis Strafstoß. Doch der Ex-Wolfsburger Ricardo Rodriguez (55.) scheiterte an Frankreichs Keeper Hugo Lloris. Danach ging alles ganz schnell: Erst erzielte Benzema (57.) auf Mbappé-Vorlage das 1:1 und zwei Minuten später nach feinstem Kurzpassspiel im Strafraum per Kopf auch das 2:1. Zwischen verschossenem Schweizer Elfmeter und Benzemas vierten Turnier-Treffer lagen nur vier Minuten und drei Sekunden. Die Schweizer aber steckten nicht auf – auch nicht nach Pogbas traumhaftem Tor zur für die Franzosen nur scheinbar beruhigenden 3:1-Führung. Seferovic und Gavranovic retteten die Eidgenossen durchaus verdient in die Verlängerung, in der Benzema früh ausgewechselt wurde. In den 30 Extra-Minuten blieben bis auf eine Möglichkeit von Mbappé (110.) Torchancen Mangelware.

So geht‘s weiter: Die Équipe Tricolore muss nun zusehen, wenn die Eidgenossen am Freitag ihr erstes Viertelfinale einer Fußball-Europameisterschaft überhaupt bestreiten. In St. Petersburg wartet Spanien. Aus der einstigen Hammergruppe F ist nach dem Aus von Titelverteidiger Portugal und Weltmeister Frankreich jetzt nur noch die deutsche Nationalmannschaft im Turnier verblieben.

Mit dpa-Material

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