Trianel-Kraftwerk steht still: Es hat sich vorerst "ausgedampft"

Waltrop Der Kollege aus unserer Dattelner Redaktion hatte jüngst einen kleinen Zwist mit Kraftwerksbetreiber Uniper, weil er in einem Bericht geschrieben hatte, aus dem Kühlturm des Dattelner Kraftwerks würde es „qualmen“. Das Unternehmen fand „rauchen“ oder „dampfen“ besser. Aber immerhin tut sich an der westlichen Waltroper Stadtgrenze etwas, während an der östlichen zurzeit gar nichts aus dem Kraftwerks-Kühlturm kommt. Was ist da los?

  • Trianel

    Das Trianel-Kraftwerk in Lünen an der Stadtgrenze zu Waltrop. Foto: Martin Behr

Verkehrte Welt: Schon seit längerer Zeit produziert das Stadtwerke-Netz Trianel in Lünen Strom, der Konkurrent wenige Kilometer entfernt, der ursprünglich schon 2011 ans Netz gehen sollte, war im jahrelangen juristisch erzwungenen Wartestand. Seit einer Weile aber ist bei „Datteln 4“ die Inbetriebsetzungsphase angelaufen, aus dem 178 Meter hohen Kühlturm steigt eine Wasserdampf- und Rauchgasfahne. Anlagenteile werden nach und nach getestet. Uniper will den Probebetrieb im ersten Halbjahr 2018 abschließen und dann Strom produzieren.

Bis Mitte Dezember produziert Trianel keinen Strom

Und welches Problem gibt es bei Trianel? Sprecher Maik Hünefeld bestätigt auf Anfrage, es gebe einen außerplanmäßigen Stillstand. Seit den Herbstferien und wohl noch bis Mitte Dezember produziert Trianel in Lünen keinen Strom. Grund sei ein defekter Luftvorwärmer – ein wichtiges Bauteil, das die Effizienz des Kraftwerks verbessert: Die Verbrennungsluft wird durch die Wärmeenergie des Rauchgases erwärmt. Das führt dazu, dass sich der sogenannte Wirkungsgrad, also das Verhältnis von eingesetzter zu gewonnener Energie, verbessert. Zum wirtschaftlichen Schaden sagt Hünefeld nur, es gebe für einen solchen Fall eine Versicherung, die jetzt in Anspruch genommen werde. Die Mitarbeiter des Kraftwerks würden trotz des Stillstandes gebraucht und ganz normal zur Arbeit gehen.

30 Stadtwerke sind beteiligt

Nicht erbaut sein dürften freilich die Eigentümer des Kraftwerks. Das sind 30 Stadtwerke und regionale Energieversorger, die im Trianel-Kraftwerk gemeinsam Strom erzeugen lassen, um so ihre Unabhängigkeit zu sichern. Statt Strom bei Konzern-Kraftwerken über den Großhandelsmarkt zu beschaffen, erzeugen die Stadtwerke einen Teil der Energie für die über drei Millionen Bürger in ihren Versorgungsgebieten selbst – wenn das Kraftwerk denn läuft. Die Stadtwerke Waltrop gehören übrigens nicht zu den Anteilseignern.
Was das Uniper- und das Trianel-Kraftwerk eint: Gegen beide kämpfen Kraftwerksgegner weiterhin mit allen juristischen Mitteln. Bis über die Klagen endgültig entschieden ist, wird auch in Datteln wohl längst Strom produziert. In Lünen kennt man das schon.
7 KOMMENTARE
15.11.17 00:03

kritisch hinterfragen geht immer!

Die ältere Generation der WZ Leser kennt ja noch die kritisch hinterfragenden Redakteure wie Gerd Pflug oder Pit Schneider. Ich habe den Eindruck, heute wird nicht mehr hinterfragt, sondern nur aus den zur Verfügung gestellten industriellen und verwaltungsinternen Presseinformationen zitiert.
Es ist traurig, wenn die WZ Redakteure diesen intressengeleiteten Meinungen eine Bühne ohne entsprechender, bissiger Nachfrage eröffnet. Liebes WZ Team, bitte beachtet dass, die "brotgebende Leserschaft" sich mehr und mehr den neutralen Informationen aus dem Internet bedient. Also nicht nur nachplappern, sondern auch mal kritisch hinterfragen. Nur Mut.

14.11.17 20:14

na jedenfalls

egal ob es qualmt oder raucht: da kommt genug Mist raus, und zwar deftig. Die Ganze Wolke weht direkt nach Waltrop wenn "Datteln" ans Netzt geht. Und das ist deutlich mehr als ich erwartet hätte. Von wegen strahlend blauer Himmel im Sommer. Das Ungetüm wird dafür sorgen, dass man je nach Windrichtung die Sonnenschirme im Sommer trotz besten Wetters eingepackt lassen kann. Ein wirklich schönes Denkmal, Herr Werner.

16.11.17 18:55

Namensänderung

Unser Bürgermeister heisst Andre Dora....Werner ist Geschichte

?

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