Nach Festnahme wieder frei: Dortmunder Rentner (73) erpresste Haribo und Kaufland

DORTMUND Ein 73-jähriger Rentner aus Dortmund soll den Süßwaren-Hersteller Haribo und die Supermarkt-Kette Kaufland mit Millionen-Forderungen erpresst haben. Er drohte damit, Waren zu vergiften. Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für Kunden. Die Polizei konnte den Senior festnehmen. Jetzt ist er wieder frei.

Der Bonner Staatsanwalt Dr. Sebastian Buß bestätigte am Freitagvormittag (17.2.2017) einen ausführlichen Bericht des Westdeutschen Rundfunks, der über den Fall zuerst informiert hatte. Allerdings wollte sich der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft nicht weiter äußern, um die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen nicht zu gefährden. Dr. Buß betonte, dass für die Kunden der erpressten Unternehmen zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden habe. Laut WDR-Autor Christoph Hensgen habe der Tatverdächtige Produkte der Hersteller mit der Aufschrift "Vorsicht Gift" versehen und diese in Supermärkten abgelegt.

Mit der Post und über das Internet

Seine Forderungen nach jeweils einer Millionen Euro soll der Dortmunder Rentner ab dem 9. Dezember 2016 in Briefen und per E-Mail übermittelt haben. Weihnachten 2016 folgte schließlich in Würzburg die Festnahme. Ein Richter ordnete die Untersuchungshaft an. Inzwischen ist der Tatverdächtige wieder frei.

Er muss sich regelmäßig bei einer Polizeiwache melden. Folgt der 73-Jährige dieser Auflage nicht, startet eine Fahndung nach ihm. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt, ob der Rentner auch noch andere Unternehmen erpresst hat.