Turnhalle Horneburg: Schneckenrennen um ein Vorzeigeprojekt

DATTELN Die Entwicklung des neuen Quartiers im Herzen von Horneburg lässt weiter auf sich warten. Nach dem bevorstehenden Abriss der seit vier Jahren leer stehenden, alten Turnhalle, wird bekanntlich ein großes Grundstück in exponierter Lage in der Dorfmitte frei.

  • Vom Grün überwuchert: Die seit 2013 leer stehende Turnhalle wird abgerissen. Das macht den Weg frei für ein neues Quartier. Foto: Andreas Kalthoff

Zwei Investoren-Gruppen haben sich um das Projekt beworben – ein Konsortium aus drei Horneburger Privatleuten und der Diözesan-Caritasverband.

Die Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt, steht noch aus. Fest steht allerdings, dass das neue Quartier Modellcharakter bekommt. Denn beide Konkurrenten haben für den Standort Mehr-Generationen-Projekte geplant. Beide Konzepte sehen ein Begegnungszentrum für Jung und Alt im Mittelpunkt vor, umgeben von Häusern mit barrierefreiem und teils betreutem Wohnen.

Entgegen anderslautenden Gerüchten im Dorf ist das Rennen um das Vorzeige-Quartier noch längst nicht entschieden: „Wir werden mit beiden Bewerbern noch intensive Gespräche führen. Als Termin ist dafür Ende Mai angepeilt“, sagt Stadtsprecherin Sabine Hübner.

Konzept vor fast einem Jahr eingereicht

Unternehmer Lutz Breuckmann, der mit den Horneburgern Jürgen Glück und Rainer Sträterhoff das Konsortium aus der Taufe hob, übt sich derweil in Geduld: „Wir haben im Juni vergangenen Jahres unser Konzept eingereicht. Bisher hat es nur eine Stellungnahme des Bürgermeisters gegeben, in dem er mitteilt, dass die Stadt unser Konzept grundsätzlich begrüßt und wir nun Detailpläne vorlegen sollten. Das können wir aber nicht leisten, weil es noch viel zu viele Unklarheiten im Bebauungsplan der Stadt gibt“, berichtet Breuckmann.

Sein Trio plant, eine kleine Mehrzweckhalle an die Stelle der alten Turnhalle zu setzen, nebst einem Café. Das Trio will selbst als Betreiber fungieren und die Halle an die Horneburger Sportler vermieten.

Halle zum Selbstkostenpreis betreiben

Auch kleine Kulturveranstaltungen wie Klassik-Konzerte und spezielle Angebote in punkto Seniorensport sollen zum Programm gehören. Als Treffpunkt für alle Horneburger wollen die Bauträger die Halle zum „Selbstkostenpreis“ betreiben. Rentierlich soll das Projekt durch den Bau von altersgerechten Wohnungen auf dem Grundstück hinter der Grundschule werden.

Der zweite Bewerber, der Diözesan-Caritasverband, hat schon Immobilienbesitz auf dem Gelände: Die Caritas hat die alte Grundschule gekauft und darin eine Wohngruppe für junge, unbegleitete Flüchtlinge eingerichtet. Ihr Konzept sieht für die Entwicklung des Quartiers eine Begegnungsstätte für Jung und Alt und betreutes Wohnen im hinteren Teil des Geländes vor. Für den „jungen Part“ des Konzeptes zeichnet beim Caritasverband die Leiterin des benachbarten Schloss-Internates, Margit Kocnar, verantwortlich.
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