Das BVB-Interview: Nuri Sahin: "Muss erkennen, dass es kein Abseits ist"

LONDON In den Reihen von Borussia Dortmund überwog natürlich die Enttäuschung über das 1:3 bei den Tottenham Hotspur. Mittelfeldspieler Nuri Sahin fand positive wie negative Aspekte - und klare Worte in Richtung des Schiedsrichers, von dem er sich benachteiligt fühlte.

  • Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund

    Enttäuscht nach dem 1:3 gegen Tottenham: Nuri Sahin (M.). Foto: Foto: dpa

Wie lautet Ihre Einschätzung zum Spiel?
Das war eine intensive Partie. Für die Zuschauer war es bestimmt ein interessantes, spannendes Spiel mit vielen Torchancen auf beiden Seiten. Tottenham hat uns in der ersten Hälfte den Ball überlassen. Wir haben das eigentlich sehr gut gemacht, den Ball auch laufen lassen mit gefühlt 70 Prozent Ballbesitz. Wir hatten gute Torchancen. In der zweiten Hälfte hat Tottenham auf die Konter gelauert und diese auch gut ausgespielt. Unser Tor zum 2:2 wird aberkannt, Tottenham macht das 3:1 - danach war es natürlich sehr schwer. Wir können aus diesem Spiel positive Sachen mitnehmen und auch Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Die Gegentore dürfen wir so nicht kassieren.

Haben Sie sich defensiv zu sehr locken lassen?
Nein, das ist die Art und Weise, wie wir spielen. Beim ersten Tor können wir darüber reden, ja. Da gehen wir raus auf einen 50:50-Ball, dann kommt der lange Schlag hinter die Abwehr. Aber beim zweiten Tor sehe ich das nicht so. Das ist ein normaler Zweikampf mit Harry Kane gegen "Papa", dann bin ich vor dem Ball. Das waren zwei Situationen, wo der Schiedsrichter abpfeifen kann. Beim Zweikampf mit mir muss er sogar pfeifen. Das war kein Konter. Und beim dritten Treffer, wow, wenn man da die Bewegung von Harry Kane sieht, das ist schon extraklasse. Er hat mehr als 100 Pflichtspieltore mit 24 Jahren - da ziehe ich meinen Hut vor.


In der Bundesliga gibt es den Videobeweis, in der eigentlich höheren Champions League nicht …
Ich halte nichts vom Videobeweis, aber heute hätte es mich gefreut. Beim 1:2 spüre ich definitiv Körperkontakt, Kanes Arm liegt auf meiner Schulter. Ich hätte den Ball auch ins Aus schlagen können, aber ich wollte das Foul ziehen. Das war ein Foul. Und das 2:2 wird halt nicht gegeben …

 


Sind sie sauer auf den Schiedsrichter?
Ja. Beim 2:2 muss man auf dem Niveau erkennen, dass es kein Abseits ist. Ich kritisiere Schiedsrichter nicht gern, das sind auch nur Menschen. Ich empfand ihn auch auf dem Platz nicht als besonders angenehm. Das soll aber keine Ausrede sein.


Zweimal ist der Ball in die kurze Ecke eingeschlagen.
Ja. Aber ich bin der Letzte, der Roman Bürki einen Vorwurf macht. Er hat uns schon so viele Spiele gerettet. Er war selber traurig in der Kabine. So etwas kann passieren. Wir haben ihm gesagt, dass er den Kopf wieder hochnehmen soll.

War der BVB zu lieb?
Nein, das würde ich nicht sagen. Aber diese Kaltschnäuzigkeit, die ein Harry Kane hat, die hat uns vielleicht gefehlt.


Wie war die Stimmung in der Kabine?
Enttäuscht, na klar. Verständlich, wenn man sieht, dass es 2:2 hätte stehen müssen. Wir sind traurig über das Ergebnis, weil wir auch viele Torchancen hatten, wo nur der letzte Pass oder eine Fußspitze fehlte.


Was ist noch drin in der Königsklasse?
Die Situation ist durch die Niederlage heute nicht leichter geworden. Was geht, das sehen wir nach dem vierten Spieltag. Das habe ich nach der Auslosung spontan gesagt. Dann können wir uns hinsetzen und rechnen. Vorher nicht. Wir haben ja noch das Rückspiel gegen Tottenham, und danach vielleicht zwei weitere Endspiele gegen Nikosia und in Madrid.

1 KOMMENTAR
14.09.17 20:51

1 Tor nicht gegeben ...

von news

Dennoch hatte Tottenham weitere 4 Hochkaräter !

In Summe ist der BB brav wie eine Schülermannschaft aufgetreten.
Die UK Truppe war nicht Weltklasse, aber einfach effektiver und zielstrebiger.
Die Niederlage ist verdient.

?

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AUTOR
Jürgen Koers
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    14. September 2017, 01:02 Uhr
    Aktualisiert:
    14. September 2017, 10:41 Uhr