Fachwörter erklärt: Wirre Welt des Bankings

Technik täglich In einem kleinen Spezial der „Technik Täglich“-Reihe will ich in nächster Zeit über Banken, Kreditkarten und Co. sprechen – doch dieser Bereich ist voller Fachwörter und Kürzel, sodass es wirklich nötig ist, vorher einmal einige wichtige Begriffe zu klären.

  • Langer Weg zur Bank: Bei Konto auf eigene Bedürfnisse achten

    Durch das Online-Banking durchzublicken – das wünschen sich viele. Wären da nicht so viele Begriffe… Foto: Monique Wüstenhagen (dpa-tmn)

Einige Begriffe sind dabei sicherlich schon bekannt, doch eine kleine Auffrischung kann nicht schaden, da man im Finanzgeschäft anscheinend nicht sonderlich kreativ ist – viele Begriffe klingen so ähnlich, dass man sie extrem schnell verwechseln kann.

Girocard: Von dem Großteil der deutschen Banken bekommt man zum Konto eine Girocard zum bargeldlosen Bezahlen und zur Abhebung von Bargeld dazu. Früher wurde dieses System noch EC (kurz für „electronic cash“) genannt, aber auch wenn diese Umstellung schon einige Jahre her ist, begegnet man dem alten Namen noch recht häufig.

V-Pay / Maestro: Da die Girocard aber ein rein deutsches Produkt ist, lassen sich die Karten eigentlich nur im Inland verwenden. Damit die Karten aber zumindest im europäischen Raum noch halbwegs zuverlässig akzeptiert werden (weltweit gesehen ist die Akzeptanz nochmals geringer), besitzen sie ein sogenanntes Co-Branding. Das heißt, dass die Karten nicht nur die Girocard-Zahlungstechnologie, sondern auch noch weitere Technologien unterstützen.
„Maestro“ ist dabei das Produkt von Mastercard, während Visa diesen Service mit „V-Pay“ betitelt. Welche Technik eingesetzt wird, entscheidet dabei die Bank und ist auch über das jeweilige Logo auf der Karte erkennbar.

Visa / Mastercard haben 90% Marktanteil

Visa / Mastercard: Diese beiden Namen kamen gerade bereits vor. Hierbei handelt es sich um die beiden weltweit größten Kartenhersteller. Es gibt auch noch einige weitere wie American Express, doch in Deutschland machen diese beiden Riesen 90 % der Marktanteile aus.

Kreditkarte: Das geläufigste Produkt dürfte dabei die Kreditkarte sein. Bei dieser wird anhand der Finanzdaten und Bonität (Kreditwürdigkeit) einer Person ein Verfügungsrahmen festgesetzt, der in einem Monat verbraucht werden kann und dann zu einem bestimmten Datum im Monat mit dem Konto verrechnet wird. Die eigentliche Bezahlung erfolgt somit erst verzögert – wer hier nicht aufpasst, kann leicht einen Schuldenberg aufbauen. Kreditkarten bieten zudem auch oftmals Sonderfunktionen an. Diese reichen vom Sammeln von Punkten über einen Versicherungsschutz bis hin zu einem Bediensteten-Service, der zum Beispiel die Hotelbuchung übernimmt oder sich um Tickets für Konzerte oder Ähnliches kümmert. Solche Karten mit erweiterten Funktionen sind aber meist nicht kostenlos, sondern kosten ca. 60 bis 100 Euro im Jahr.

Debit-Karte: Nicht passieren kann das hingegen bei einer Debit-Variante. Während die Zahlungstechnologie und Akzeptanz einer Kreditkarte gleicht, werden die Beträge hier direkt vom verknüpften Konto abgebucht. Bei Banken, die keine Girokarten anbieten, ist dies meist die Standard-Karte, die es zum Konto dazu gibt.
Prepaid-Karte: Wird die Debit-Karte nicht vom Konto abgebucht, sondern besitzt ein eigenes Guthaben, so handelt es sich um eine Prepaid-Karte. Diese kann man dann wie eine Handykarte je nach Belieben mit Geld füllen und anschließend ausgeben. Grundsätzlich ist die Akzeptanz auf der Höhe der „normalen“ Kredit- bzw. Debitkarten, aber es kann einige Ausnahmen geben: Karten auf Prepaid-Basis besitzen keine Hochprägung der Zahlen und sind somit leicht als solche identifizierbar, weswegen die Buchung von zum Beispiel einem Hotel verweigert werden könnte.

CVV / CVC: Alle drei Kartentypen haben aber auf der Rückseite einen dreistelligen Sicherheitscode, der meist Card Verification Value oder Card Verification Code genannt wird. Dieser sorgt dafür, dass nicht alle Informationen, die für eine Bestellung im Internet gebraucht werden, bereits auf der Kartenvorderseite ersichtlich sind.

Lastschrift: Während Bestellungen im Internet mit einer Mastercard / Visa nur mit den Kartendaten möglich ist, geht das mit den Girocards nicht. Hier ist die einzige Option die Verwendung einer SEPA-Lastschrift – welche allerdings von relativ wenig Händlern angeboten wird. Hierbei gibt man die IBAN und BIC (das ist das vereinheitlichte Kontonummern- und Bankleitzahlsystem des europäischen Raumes) ein und der Händler kann den veranschlagten Betrag dann vom Konto abbuchen.

Kontaktlos: Derzeit in Mode ist das kontaktlose Bezahlen. Hierbei wird die Karte nicht in das Lesegerät eingesteckt, sondern einfach vor dieses gehalten. Voraussetzung ist, dass sowohl die Karte als auch das Terminal die Technologie „Near Field Communication“ – oder kurz NFC – besitzen. Diese Funktion wird von den verschiedenen Anbietern auch unter anderem Namen geführt, bei Visa ist es payWave, bei Mastercard PayPass und bei der Girocard heißt es girogo. Weiterer Vorteil beim kontaktlosen Bezahlen ist die nicht notwendige Authentifizierung per PIN oder Unterschrift bei Käufen unterhalb einer gewissen Grenze, meist 25 oder 50 Euro.

Mobile Payment: Während die kontaktlose Zahlung hierzulande auch endlich Fahrt aufnimmt, steckt das Thema Mobile Payment bzw. Bezahlung mit dem Handy noch in den Kinderschuhen. Die Technik ist dieselbe wie beim kontaktlosen Bezahlen, auch hier wird auf NFC gesetzt. Das Smartphone kann hierbei auch als Authentifizierungsmethode dienen, somit wird auch bei Zahlungen über 25 bzw. 50 Euro keine PIN oder Unterschrift verlangt – dies ist aber abhängig von der eingesetzten App. Zu diesem Thema folgt aber noch ein separater Artikel.

Das waren eine ganze Reihe an Begriffen – hoffentlich wisst Ihr nun Bescheid.
 


AUTOR
Fabian Liebehenz
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    6. November 2018, 15:51 Uhr
    Aktualisiert:
    6. November 2018, 16:00 Uhr