Worauf es heutzutage beim Kochen ankommt

Heutzutage ist die Genusserfahrung beim Kochen nicht der einzige Anspruch. Mindestens genauso wichtig sind Nachhaltigkeit und Zeitersparnis.

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Je schneller, desto besser

Nur 18 Prozent aller Deutschen erleben trotz steigender Berufsanforderungen keinerlei Einschränkung im Familienleben. Für den Rest ist es manchmal schwer, Freizeit und Arbeitsalltag unter einen Hut zu bringen. Überstunden und Wochenendarbeit sind in vielen Betrieben keine Ausnahmefälle mehr. In einer zunehmend komplexen Lebenswelt voller Zeitmangel wünscht sich ein Großteil aller Deutschen laut Konsumforschern Einfachheit und Zeitersparnis, was das Kochen betrifft. Stundenlang am Herd zu stehen, können sich nur die wenigsten leisten. Wer trotzdem nicht auf ungesundes Fast Food ausweichen möchte und aus Kostengründen nicht ständig in Restaurants essen kann, stellt an Rezepte besondere Ansprüche. Dementsprechend will man heutzutage mit wenig Zeitaufwand einfach zuzubereitende Speisen kochen.

Gesundheit auf dem Teller

Fast genauso wichtig ist den meisten Hobbyköchen im Kontext eines steigenden Gesundheitsbewusstseins ein möglichst gesunder Ernährungsstil. Die Anlässe des neuen Gesundheitstrends sind vielfältig. Die einen wollen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck vorbeugen. Andere möchten Gewicht reduzieren oder brauchen mehr Energie für den anstrengenden Alltag. Weil kaum etwas die Gesundheit und das Wohlbefinden mehr beeinflusst als die Ernährungsweise, gibt mittlerweile sogar mehr als die Hälfte aller Deutschen mäßiges bis hohes Interesse an gesunden Rezept-Ideen an. Dieser Gesundheitsanspruch wirkt sich schon auf die Auswahl der Zutaten aus. Frische, nährstoffreiche und schadstofffreie Bio-Zutaten erleben eine Hochphase.

So nachhaltig wie möglich

In Zeiten des Klimawandels stellt man an Kochzutaten einen weiteren Anspruch: nämlich den der Umweltfreundlichkeit. Was in der Region angebaut wird, belastet die Umwelt weniger als Lebensmittel mit langen Transportwegen, die auf ihrer Reise einen hohen Schadstoffausstoß verursachen. Der Nachhaltigkeitsgedanke erschöpft sich aber nicht allein mit der Rücksicht auf Transportwege. Auch der Energieaufwand beim Herstellungsprozess und die Verpackungsart spielen eine Rolle. Einige Hobbyköche nehmen längst Abstand von Nahrungsmitteln in Plastikverpackungen, um Plastikmüll zu reduzieren und auch die Kompostierfähigkeit gekaufter Lebensmittel gewinnt an Bedeutung.

Gegen die Wegwerf-Manier

Der älteren Generation geht es in Sachen Müllvermeidung laut Experten nicht nur um Plastik. Beim Kochen achten sie außerdem auf angemessene Mengen, um so wenig Speisen wie möglich entsorgen zu müssen. Dieses Statement gegen die Wegwerf-Kultur der Konsumgesellschaft ist in der jüngeren Generation vielleicht noch nicht vollends angekommen, aber erreicht trotzdem immer mehr Menschen. Wie die restlichen Ansprüche ans Kochen ist auch dieses Phänomen ein Spiegel der Zeit. Weil sich der Lebensstil der Gesellschaft im Laufe der Geschichte ununterbrochen an die Zeitumstände anpasst, bleibt auch das Kochverhalten vom Zeitgeist niemals unberührt.



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. Mai 2019, 11:07 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Mai 2019, 11:13 Uhr