So Grün wie der Neid – Der Hausbau, der die Nachbarn ärgert

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Schon seit dem Jahr 1489 ist folgender Begriff deutlich geprägt: Der sogenannte „Neidbau“ beschreibt ein Bauwerk, das ausschließlich errichtet wird, um die Nachbarn zu ärgern und ihnen ein Dorn im Auge zu sein. Gesetzlich ist dies bis heute verboten, denn es gilt grundlegend, dass die Nachbarn oder Menschen im näheren Umfeld nicht zu schikanieren sind. Doch in einem Land, in dem alle Träume wahr werden können, boomt der Bau dieser Neidhäuser gerade so. In den USA lassen sich zahlreiche zu Englisch „Spite Houses“ finden.

Was zeichnet die Spite Houses aus?

Ein Neidhaus ist direkt zu erkennen. Schließlich lassen die Bauherren das Gebäude nicht errichten, um den wundervollen Ausblick zu genießen oder die Natur im Umfeld als Grundlage für ihr neues Zuhause zu nutzen. Vielmehr geht es darum jeden Millimeter Platz auszunutzen, farblich hervorzustechen oder mit ungewöhnlichen Materialien unschöne Akzente zu setzen.

So steht beispielsweise in den USA ein Haus, dessen einziger Sinn und Zweck es ist, für Gleichheit und Gerechtigkeit unter allen Menschen zu sorgen. Zunächst einmal fällt es schwer sich hierbei vorzustellen, wie ein Haus dieser Aufgabe gewachsen sein könnte. Doch der Anstrich verrät mehr. So ist das komplette Haus in einem streifenförmigen Regenbogen-Design gestrichen.

Eine andere Form der Neidbaus ist die radikale Ausnutzen eines jeden freien Zentimeter. Oftmals zu sehen ist folgendes Szenario:

Zwischen zwei bereist bestehenden Gebäuden ist eine Lücke frei. Schließlich wurde vor einem Jahrhundert beim Bau der Gebäude noch nicht darauf geachtet, platzsparend sowie energieffizient zu bauen. Ebendieser Freiraum, und sei er auch nur einen halben Meter breit, biete die perfekte Grundlage zum Bau eines neuen Hauses. Das Gebäude wird in die winzige Breite hineingezwängt, nur um aufzuzeigen, wie verschwenderisch mit dem Platz umgegangen wurde.

Abwägen: Lohnt sich der Bau eines Neidhauses?

Sicherlich sind die zahlreichen Exemplare des Neidhausbaus mit viel Kreativität und Einfallsreichtum verbunden. Sie regen dazu an, diesem Baustil zu folgen, denn schließlich nutzen Sie freistehende Flächen effizient und effektiv. Dennoch sollten Sie bedenken, dass es sich in einem solchen Gebäude nur schwer wohnen lässt. In kleine Spalten gezwängte Häuser sind kaum auf die ergonomischen Standards des normalen Hausbaus ausgelegt. Bei einem bunten, fast schon störenden Farbspiel sollten Sie damit rechnen, dass sich die Nachbarn tatsächlich einmal beschweren. Die ist zwar Sinn und Zweck des Neidhauses, dennoch bedarf es einigen Geldes, eventuell vor Gericht zu ziehen.

Der Bau eines Neidhauses sollte daher gut überlegt sein und nur mit einer stabilen finanziellen Rücklage bestritten werden.
 
 


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  • Erstellt:
    5. Dezember 2018, 15:29 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Dezember 2018, 15:31 Uhr