Porträt: Petra Roth - Vom Stadtoberhaupt zur Präsidentin?

19. Februar 2012 17:40

Frankfurt/Main/Berlin (dpa). Erste Frau an der Spitze Frankfurts, erste Chefin einer schwarz-grünen Regierung in der Finanzmetropole und dienstälteste Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt.

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Die FDP hat starke Vorbehalte gegen eine Kandidatur der Frankfurter CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth für das Bundespräsidentenamt. Foto: Arne Dedert/Archiv

Nach rund 17 Dienstjahren tritt die CDU-Politikerin Petra Roth im Sommer ein Jahr vor dem Ende ihrer dritten Amtszeit ab. Doch das muss für die 67-Jährige nicht unbedingt den Ruhestand bedeuten. «Ich bin jemand, der nach wie vor gestalten möchte», sagte sie im November bei der überraschenden Ankündigung ihres Rückzugs. Nun wird sie sogar als eine mögliche Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt.

Mit ihrer burschikos-direkten Art hat sich die gebürtige Bremerin im Frankfurter Römer schnell Respekt verschafft. Dabei war sie eigentlich eine Verlegenheitskandidatin der CDU im OB-Wahlkampf 1995. Der damalige Kanzler und CDU-Bundesvorsitzende Helmut Kohl hatte sie gebeten, diese Funktion zu übernehmen. Doch dann gewann Roth in der ersten Direktwahl überraschend und hielt sich viele Jahre mit wechselnden Stadtregierungen und gegen Widerstände aus der konservativeren Landespartei.

«Ich kann Menschen zusammenführen», sagt die langjährige Präsidentin des Deutschen Städtetags über sich. Auf den interreligiösen Dialog in Frankfurt ist sie genauso stolz wie auf die Einbürgerung von mehr als 30 000 Ausländern.

Die stets schick gekleidete Roth gilt inzwischen als versierte Repräsentantin der Finanzmetropole. Ungenauigkeiten, Allgemeinheiten und Abschweifungen in ihren Reden wurden ihr nachgesehen. Gelegentlich wurde die Witwe und Mutter zweier erwachsener Söhne zwar wegen ihres präsidialen Stils auch mal als «Sonnenkönigin vom Römerberg» verspottet. Doch zugleich gelang es der gelernten Arzthelferin, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Ihren Rückzug sieht Roth als «Akt der Gestaltung». Am liebsten hätte sie noch einmal kandidiert, nach dem Gesetz aber muss sie mit 71 Jahren aufhören. «Ich habe das Feld für einen Generationenwechsel freigemacht durch meine Entscheidung», sagte sie.

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