Porträt: Petra Roth - Vom Stadtoberhaupt zur Präsidentin?

Frankfurt/Main/Berlin (dpa) Erste Frau an der Spitze Frankfurts, erste Chefin einer schwarz-grünen Regierung in der Finanzmetropole und dienstälteste Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt.

  • Petra Roth

    Die FDP hat starke Vorbehalte gegen eine Kandidatur der Frankfurter CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth für das Bundespräsidentenamt. Foto: Arne Dedert/Archiv

Nach rund 17 Dienstjahren tritt die CDU-Politikerin Petra Roth im Sommer ein Jahr vor dem Ende ihrer dritten Amtszeit ab. Doch das muss für die 67-Jährige nicht unbedingt den Ruhestand bedeuten. «Ich bin jemand, der nach wie vor gestalten möchte», sagte sie im November bei der überraschenden Ankündigung ihres Rückzugs. Nun wird sie sogar als eine mögliche Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt.

Mit ihrer burschikos-direkten Art hat sich die gebürtige Bremerin im Frankfurter Römer schnell Respekt verschafft. Dabei war sie eigentlich eine Verlegenheitskandidatin der CDU im OB-Wahlkampf 1995. Der damalige Kanzler und CDU-Bundesvorsitzende Helmut Kohl hatte sie gebeten, diese Funktion zu übernehmen. Doch dann gewann Roth in der ersten Direktwahl überraschend und hielt sich viele Jahre mit wechselnden Stadtregierungen und gegen Widerstände aus der konservativeren Landespartei.

«Ich kann Menschen zusammenführen», sagt die langjährige Präsidentin des Deutschen Städtetags über sich. Auf den interreligiösen Dialog in Frankfurt ist sie genauso stolz wie auf die Einbürgerung von mehr als 30 000 Ausländern.

Die stets schick gekleidete Roth gilt inzwischen als versierte Repräsentantin der Finanzmetropole. Ungenauigkeiten, Allgemeinheiten und Abschweifungen in ihren Reden wurden ihr nachgesehen. Gelegentlich wurde die Witwe und Mutter zweier erwachsener Söhne zwar wegen ihres präsidialen Stils auch mal als «Sonnenkönigin vom Römerberg» verspottet. Doch zugleich gelang es der gelernten Arzthelferin, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Ihren Rückzug sieht Roth als «Akt der Gestaltung». Am liebsten hätte sie noch einmal kandidiert, nach dem Gesetz aber muss sie mit 71 Jahren aufhören. «Ich habe das Feld für einen Generationenwechsel freigemacht durch meine Entscheidung», sagte sie.

KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

Email

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Einwilligungserklärung:
Als Nutzer dieses Angebots des Verlages J. Bauer KG, wünsche ich auch Informationen zu Abonnementangeboten dieser Zeitung oder anderer Tageszeitungen des Verlages J. Bauer KG. Mit einer Kontaktaufnahme telefonisch oder per Email (8.00 Uhr – 20.00 Uhr) seitens des Verlages bin ich für zwei Jahre – auch zur Verlängerung der Laufzeit der Einwilligung – einverstanden. Mit der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung meiner Daten im Sinne der §§4a/28 BDSG bin ich einverstanden.
ja nein      

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2?   
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. Februar 2012, 17:40 Uhr
    Aktualisiert:
    19. Februar 2012, 17:44 Uhr