Nur gucken, nicht reden: der russische Kranführer 50 Meter über dem Alten Fischmarkt versteht kein Wort deutsch.
Der Atem geht bereits schwer, die Nase läuft. Kleine Eisklumpen finden sich auf dem Plateau, faustgroß, Herkunft unklar. Blick nach rechts, nach links, sieht alles ganz beschaulich aus, lädt zum Verweilen ein. Jetzt bloß kein Blick nach unten, was zählt ist der Weg nach oben: Gefrorene Treppe, Eisenröhre, Kran-Turm – und dann kommt nichts.
Der Kran ist eine Schaukel
Oben angekommen: Das wäre die Hölle für Leute mit Höhenangst. Es schwankt. Es schwankt ganz fürchterlich. Der ganze Kran, eine Schaukel. Hebt er eine Last, neigt er sich und ächzt. Greift der Wind in die Verstrebungen, schwankt der ganze Turm.
Doch die Aussicht: unbeschreiblich. Schnell ist die halbe Speicherkarte der Kamera voll.
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