Doch Walter Horn ist 90 Jahre alt und beendete 1934 die Zeit an der evangelischen Volksschule Im Reitwinkel an der Hochstraße. An seinem ersten Schultag stand die Weimarer Republik noch in ihrer Blüte, es folgten Welt-Wirtschaftskrise und schließlich die NS-Machtübernahme, da waren Horn und seine 60 Mitschüler noch ein Jahr vom Entlassungszeugnis entfernt. „Das ist schon alles lange her“, gesteht Horn und stützt seinen kleinen Oberkörper auf einen Gehstock ab. „Viel Hoffnung hab ich ja auch nicht mehr, dass einer lebt.“ Aber unversucht will er es doch nicht lassen.
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Walter Horn kam in Schlesien zur Welt, der Bergbau lockte die Familie ins Ruhrgebiet. Als Soldat erlebte er in der Normandie im Juni 1944 die Invasion der Alliierten mit. „Ich hatte Glück, drei Tage später war ich verwundet.“ In Frankreich geriet er noch im November 1944 in Kriegsgefangenschaft, wurde verschifft zunächst nach Afrika, später in die USA und kehrte im April 1946 heim.
„Als ich auf Klärchen anfing zu arbeiten, da bin ich immerhin auf zwei Klassenkameraden gestoßen.“ Auch zum Fest der Gold-Konfirmation vor mittlerweile 26 Jahren blieb der Kreis der ehemaligen Mitschüler recht überschaubar. „Viele habe ich nicht mehr wiedergesehen.“
60 Schüler waren es 1934, die von Klassenlehrer Schäfer verabschiedet wurden. Als der Mathe-Unterricht noch „Rechnen und Raumlehre“ hieß, Musik „Singen“ und Sport „Turnen“. Das Schulgebäude stand einst an der Kreuzung Theodor-Körner-/ Hochstraße. Horn: „Wir waren doch so viele, da muss doch noch der eine oder andere…“
Ehemalige Mitschülern können sich bei Walter Horn unter Tel. 02361/36226 melden.


