Straßenstrich Ravensberger Straße in Dortmund. Foto Bandermann
Bereits im Juli hatte der Rat die Einführung der "Vergnügungssteuer auf sexuelle Dienstleistungen" beschlossen, wie die Sexsteuer offiziell heißt. Sie gilt offiziell seit dem 1. August. Prostituierte sollen sechs Euro pro Arbeitstag zahlen.
Lange Zeit war aber einer praktikablen Lösung gearbeitet wurden, um die Steuer auch außerhalb von Clubs kassieren zu können. Für den Straßenstrich an der Ravensberger Straße werden nun täglich Tagestickets für 6 Euro ausgegeben, die im Club Escort an der Einfahrt zum Straßenstrich zu haben sind.
Der Andrang hielt sich - wohl auch mit Blick auf das aktuelle Wetter - am ersten Tag in Grenzen. Knapp 40 Tickets gingen bis zum frühen Nachmittag in der Bar des Clubs Escort über die Theke.
Informationen für Prostituierte
Aushänge in sechs Sprachen - außer in deutsch und englisch auch in türkisch, russisch, bulgarisch und rumänisch sorgen dafür, dass alle Prostituierten, die am Straßenstrich in der Nordstadt arbeiten, über die Regelung Bescheid wissen. Darüberhinaus fanden zwei Info-Veranstaltungen im Beratungscontainer der Hilfsorganisation Kober an der Ravensberger Straße statt. "Der Start heute vormittag verlief dann recht problemlos", berichtet Elke Rehpöhler von Kober.
Im Laufe der Woche sollen dann auch die Kontrollen am Straßenstrich anlaufen. Die sind bis zur Bildung einer speziellen, vierköpfigen Einsatztruppe des Steueramtes Sache des Ordnungsamtes. Ordnungsgelder werde man am Anfang aber wohl noch nicht kassieren, kündigte Stadtsprecher Michael Meinders an. Und noch ist auch unklar, wie hoch später ein Bußgeld für Steuersünderinnen ausfallen könnte.
Stadt arbeitet an Konzept
Auf der anderen Seite weckt die Sexsteuer für den Straßenstrich Begehrlichkeiten nach mehr Engagement der Stadt zur Verbesserung der Situation an der Ravensberger Straße. Mehr Toiletten und sanitäre Anlagen für die Frauen hatte jüngst u.a. die CDU gefordert.
Man werde sich mit der neuen Sozialdezernentin Birgit Zoerner Gedanken über ein Konzept für den Straßenstrich machen, kündigt dazu Ordnungsdezernent Wilhelm Steitz an. Wobei es in erste Linie um Sicherheit und Gesundheitsschutz für die dort arbeitenden Frauen gehe. Die Stadt habe auf der anderen Seite kein Interesse, den Standort Ravensberger Straße weiter aufzuwerten und die Attraktivität des Straßenstrichs noch zu erhöhen. "Das ist", weiß Steitz, "immer eine Gratwanderung."


