Großkontrolle der Polizei: Razzia gegen Clan-Kriminalität im Kreis Recklinghausen

KREIS RECKLINGHAUSEN Wie zuletzt bei Razzien im Juli und August im Kreis Recklinghausen wurde am Samstagabend eine Schwerpunktaktion angesetzt. Dabei waren 1300 Beamte in ganz NRW im Einsatz. Es ging um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. Die Razzien begannen in Essen, Bochum, Duisburg, Gladbeck und Bottrop. Anschließend ging es nach Herten, wo zunächst eine Shisha-Bar an der Schützenstraße kontrolliert wurde, und nach Recklinghausen zur Reitzensteinstraße sowie Hertener Straße.

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  • Shisha-Bar

    Auch diese Shisha-Bar wurde kontrolliert. Foto Preuß

  • Konrolle

    Foto René Preuß

  • Razzia

    Razzia der Polizei. Foto: René Preuß

Ein Großaufgebot rückte am Samstagabend zwischen 21 und 23 Uhr aus und kontrollierte im Rahmen der sogenannten Clan-Kriminalität Shisha-Bars und andere Häuser im Ruhrgbiet. "Auftakt zur größten Razzia gegen Clan-Kriminalität in der NRW-Geschichte", schrieb die Behörde bei Twitter.

Innenminister Herbert Reul (CDU) ist bei den Maßnahmen in Bochum vor Ort gewesen. „Es ist deutschlandweit die größte Aktion gegen kriminelle Clans. Es ist ein Mosaikstein in der mühsamen und lang andauernden Bekämpfung. Wir müssen zeigen, dass wir hier sind und keine rechtsfreien Räume dulden", sagte er zu Beginn der Aktionen gegen 21 Uhr.

Spielhallen und Shisha-Bars im Visier

Besonders im Visier der Ermittler: Spielhallen, Shisha-Bars und Cafés. Diese Einrichtungen stehen besonders im Verdacht, für Geldwäsche benutzt zu werden. Kontrolliert wurden auch die Einhaltung des Nicht-Raucher-Schutzgesetzes und Steuervergehen. Deshalb waren auch Zoll, Steuerfahndung und Ordnungsamt der Stadt dabei.

Die behördenübergreifende Kontrolle fand auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen statt. In einer konzertierten Aktion überprüften Zoll-, Finanzbehörden, Kommunen und Polizei mit einem Großaufgebot Geschäfte, Personen und Fahrzeuge in verschiedenen Städten. Betroffen waren zunächst die Städte Bottrop und Gladbeck. Speziell ausgebildete Polizeibeamte kontrollierten zielgerichtet hochmotorisierte Fahrzeuge und die Insassen. Anschließend wurden die Einheiten zunächst zur Schützenstraße nach Herten und in die Hertener Innenstadt geschickt, ehe weitere Einheiten kontrolliert wurden. Danach ging es nach Recklinghausen, wo es ebenfalls Kontrollen an der Hertener und der Reitzensteinstraße gab. Auffällig dabei war, dass innerhalb kürzester Zeit hochmotorisierte Autos in großer Zahl an den entsprechenden Schwerpunkten auftauchten. Diese wurden teils ebenfalls kontrolliert. Das Ganze lief jedoch sehr ruhig und zivilisiert ab.

Fünfte Aktion der Polizei

Nach den Großkontrollen am 05.07., 06.08., 19.10. und 19.11.2018 ist dies bereits die fünfte Aktion innerhalb von wenigen Monaten. Bei den zurückliegenden Kontrollen waren bereits 29 Objekte in den Städten Recklinghausen, Herten, Castrop-Rauxel, Waltrop und Marl überprüft worden.
Mit den ersten Kontrollen in den Städten Bottrop und Gladbeck wurde nun der Radius erweitert. Auch in Gelsenkirchen schlugen Fahnder zu. Eine Bilanz des Großeinsatzes wird erst am Sonntag erwartet.

Größte Razzia in der NRW-Geschichte

Mit einer groß angelegten Razzia im Ruhrgebiet ist die Polizei am Samstagabend gegen Clankriminalität vorgegangen. Etwa 1300 Polizisten kontrollierten zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen Shisha-Bars, Wettbüros, Cafés und Teestuben. Es handele sich um die größte Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte Nordrhein-Westfalens, erklärte das Landesinnenministerium in Düsseldorf.

Besonderer Fokus

Die Bekämpfung der Organisierten- sowie der Banden- und Clankriminalität ist ein strategischer Schwerpunkt der nordrhein-westfälischen Polizei. Der Fokus liegt dabei auf kriminellen Mitgliedern von sogenannten Familienclans, die Straftaten begehen und ganze Straßenzüge für sich beanspruchen.
Shisha-Bars und andere Lokalitäten können laut Polizei eine Kommunikations- und Rückzugsebene für Personen bieten, die aktuell im besonderen Fokus der Polizei stehen.
 
Kriminelle Clanmitglieder würden sich an kommunalen Grenzen und behördlichen Zuständigkeiten orientieren. Eine Vernetzung der zuständigen Behörden wurde bereits im letzten Jahr umgesetzt. Durch den eingerichteten "Runden Tisch zur Bekämpfung der Clankriminalität" können behördenübergreifend Informationen noch zielgerichteter ausgetauscht und Maßnahmen noch effektiver umgesetzt werden, hieß es weiter.  Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen: „Eine mögliche Ausbreitung von Organisierter Kriminalität und Verfestigung von kriminellen Strukturen bekämpfen wir bereits im Ansatz. Dazu nutzen wir alle rechtlichen Möglichkeiten konsequent aus und bündeln alle Kräfte der beteiligten Behörden, um die „abgeschotteten Bereiche“ zu erhellen“.
 

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