Falschmeldungen im Internet: So unterscheidet man echte Nachrichten von Fake News

In Sachen Glaubwürdigkeit liegen gedruckte Zeitungen nach wie vor ganz weit vorne bei den Lesern. Kein Wunder, denn immer häufiger sorgen im Internet und in den sozialen Netzwerken so genannte Fake News für Verunsicherung. Doch wie erkennt man solche Fake News? Wir haben fünf Tipps zum Umgang mit Falschmeldungen im Internet zusammengestellt.

  • Die International Federation of Library Associations and Institutions, kurz IFLA, eine internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände, hat eine Infografik zum Erkennen von Fake-News veröffentlicht. Foto: IFLA

Den Überblick zu behalten ist nicht ganz einfach. Es gibt bei Falschmeldungen ein paar Hinweise, die schnell auf den tatsächlichen Wahrheitsgehalt schließen lassen. Das sind unsere Tipps:

Tipp 1 - Ist die Nachricht schlüssig?

Am besten ist es, sich auf Details zu konzentrieren. Namen von Personen oder Organisationen, die im Text vorkommen, sollten im Internet gesucht werden. Sind keine oder nur lückenhafte Informationen zu finden, kann das bereits als Warnsignal gelten, dass sie gar nicht existieren. Um die Glaubwürdigkeit zu steigern, verweisen Fake News zudem oft auf etablierte Medien - wenn diese tatsächlich über das Thema berichtet haben, lässt sich das schnell herausfinden, indem man einen Schlüsselbegriff auf der Internetseite des Mediums eingibt. Hier kann man auch erkennen, ob es sich vielleicht um eine alte Nachricht handelt.

Tipp 2 - Von wem stammt die Nachricht?

Ein wichtiger Punkt, gerade bei Meldungen in sozialen Netzwerken: Wer hat das Posting ursprünglich erstellt. Hier reicht manchmal ein Blick auf das Profil: Ist es ein geprüfter, realer Account (erkennbar am blauen Haken bei Facebook) oder steckt schon ein gefälschtes Profil dahinter? Wie lange gibt es das Profil bereits? Bei Webseiten muss zudem ein Impressum über den Besitzer der Homepage informieren: Auch hier lohnt sich ein Blick auf den Urheber. Doch Vorsicht: Wie professionell auch eine Homepage daherkommt, so ist es bei unbekannten Seiten ratsam, eine Suche über Whois durchzuführen. Dort sind unter anderem Daten darüber angegeben, wer wann und wo die Webseite registriert hat.

Tipp 3 - Stimmen die angegebenen Links?

Beinhaltet der Text Verweise auf andere Internetseiten, sollte die Originalquelle gelesen werden. Aufpassen, wenn der Verweis ins Nichts führt oder der zitierte Text einen anderen Tenor hat. Hier zeigt sich auch schnell, ob dahinter eine echte Quelle steckt.

Tipp 4 - Sind die Fotos oder Videos echt?

Eine Rückwärtssuche - etwa über Google oder Tineye - erkennt, ob ein Foto bereits woanders benutzt wurde oder ähnliche Motive im Netz aufgetaucht sind. Dort gibt man die Bild-URL ein oder lädt das Motiv hoch. Um Bildmanipulationen herauszufinden, sollten Fotos auch auf weitere Hinweise untersucht werden: Passt der Zeitstempel, wie sehen die Bilddaten aus, stimmen Autokennzeichen oder Schilder auf dem Bild mit Ortsangaben überein.


Auch vermeintliche Live- oder Augenzeugenvideos können rückwärts gesucht werden. Dazu jagt etwa ein Service von Amnesty International kleine Videoausschnitte - sogenannte Thumbnails - durchs Netz. Oder man checkt einfach via Google Earth, ob die Umgebung zum angeblichen Ort im Video passt.

Tipp 5 - Handelt es sich vielleicht um Satire oder einen Witz?

Auch das kommt schon mal vor: Seiten wie "Der Postillon" oder das Peng-Kollektiv bzw. das Satiremagazin Titanic verbreiten ernst aussehende, aber unwahre Meldungen. Auch hier hilft ein Blick auf die Urheberschaft.

Beim kleinsten Zweifel an der Nachricht sollte man selbst überlegen, wie hoch der Wahrheitsgehalt sein kann und welche Rolle die Nachricht für mich persönlich spielt. Dabei hilft es auch, sich mit Freunden über die Nachricht zu unterhalten um einen weiteren Eindruck zu bekommen.

Auch die großen Internetkonzerne, Fernsehsender und freie Initiativen machen mittlerweile Jagd auf Fake News. Diese Kampagnen und Projekte sind im Moment in Planung oder bereits umgesetzt - lesen Sie weiter auf der nächsten Seite.

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