Das Programm 2012: Ruhrfestspiele blicken gen Osten

von Jan Mühldorfer am 18. Januar 2012 17:54

RECKLINGHAUSEN. Einen einzigartigen Blick tief in die russische Seele gewährt Ruhrfestspiel-Intendant Frank Hoffmann mit seinem jetzt vorgestellten Programm 2012.

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Tatort-Mann Bernd Michael Lade (l.) und der ebenfalls aus dem Fernsehen und als Regisseur bekannte Jevgenij Sitochin bringen als Eröffnungspremiere der Ruhrfestspiele am 3. Mai Gogols »Der Revisor« auf die Recklinghäuser Bühne. Foto: Torsten Janfeld

Unter dem Motto „Im Osten was Neues“ drehen sich stolze 26 der insgesamt 80 Produktionen zwischen dem 1. Mai und dem 16. Juni um das russische Theater früher und heute. Die bedeutendsten Autoren – von Puschkin und Tschechow bis zu Dostojewski oder Tolstoi – werden vorgestellt. Und das mit exquisiten Regisseuren und Schauspiel-Stars. Vom Theater-Magier Simon McBurney oder Weltregisseur Patrice Chéreau bis hin zu Größen wie Corinna Harfouch, Ulrich Matthes oder Wolfram Koch. Und die Stücke reichen von „Onkel Wanja“ über „Krieg und Frieden“ oder dem „Kirschgarten“ bis zu „Der Revisor“.
 


 
Ein besonderer und besonders beliebter Leckerbissen sind in jedem Jahr die vom Medienhaus Bauer präsentierten Lesungen. Hier gibt sich die erste Riege der Bühnen-Kunst ein Stelldichein. Günter Lamprecht, Christian Berkel, Andrea Sawatzki, Thomas Thieme … – sie alle entführen in die Tiefe der russischen Literatur.
 
Einer der ganz großen Stars 2012 ist Hollywood-Berühmtheit Cate Blanchett, die diesmal auf der Festspiel-Bühne steht. Sie feiert hier mit Botho Strauß’ „Groß und klein“ Deutschland-Premiere (wir berichteten exklusiv). Und sie lässt in der Rolle der Lotte den Atem stocken.
 
Außerdem in Frank Hoffmanns wieder sehr spannendem und wieder sehr breit gefächerten Programm: Die lange Reihe der Uraufführungen, endlich wieder Tanztheater mit dem so klassischen wie wilden Ballett „Onegin“ und die große Kabarettreihe mit Matthias Richling oder Wladimir Kaminer als neuen Gesichtern auf dem grünen Hügel. Damit der Blick in die russische Seele auch umfassend wird, sorgt Letzterer – neben einem Abend mit Balalaika-Rock – für Stimmung mit seiner berühmten Russen-Disko.
 
Mitten ins Revier führt das Publikum „Der Fall der Götter“ nach Viscontis „Die Verdammten“. Es geht um die Nazis, die Krupps – und das Ruhrgebiet. Franz Wittenbrink stellt zudem endlich einen neuen Liederabend vor – jetzt haben „Eltern“ das Wort. Deutlich ausgeweitet wurde das Fringe-Festival, bei dem man sich auf 24 frische, freche, freie Produktionen in drei Wochen freuen kann.
 
Den Schlusspunkt setzen alte Bekannte – BAP kehren auf den Grünen Hügel zurück.

Karten gibt es in allen Geschäftsstellen des Medienhauses Bauer oder unter Tel. 01805/147788 (ecotel, 0,14 €/Min. a. d. dt. Festnetz T-Com).