Ruhrfestspiele: „Kleinkunst – eisgekühlt“

19. Mai 2010 12:28

Von: Gerd Wahlens Betr.: Wladimir Kaminer bei den Ruhrfestspielen

Es mag an der unwirtlichen Atmosphäre gelegen haben, der Kälte in dem Provisorium, das bei den Ruhrfestspielen hochtrabend „Theaterzelt“ heißt, was dem Rezensenten dieser Zeitung – und nicht nur ihm  – den Abend mit Wladimir Kaminer ein wenig vermiesen musste. Verständlich. Man muss ihn mögen, den Wladimir K., seine humorvollen kleinen Alltagsgeschichten, seine Art des Vortrags und seine (aus-) sprachlichen Handikaps, die dem einen Verständnisschwierigkeiten bereiten, dem anderen jedoch ein zusätzliches Vergnügen bescheren. Kleinkunst, eisgekühlt ist eben nicht jedermanns Sache.
Im nächsten Jahr sollte man seitens der Ruhrfestspielleitung allerdings schon im Vorfeld darauf hinweisen, dass bei Veranstaltungen im Theaterzelt darauf zu achten sei, sich witterungsbedingt mit angemessener Bekleidung auszurüsten. Es sei denn, man nutzt veranstalterseitig die einmalige Gelegenheit, durch ein Angebot von kostenpflichtigen (Heiz-) Decken – warum nicht mit Sponsorenlogo? – nicht nur für eine angenehmere Atmosphäre im Veranstaltungsort zu sorgen, sondern sich auch eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen.