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Blanchett ist in »Gross und Klein« zu sehen.
Am 31.12. 2010 haben wir genau das - genau hier - exklusiv angekündigt – jetzt wissen wir auch, dass die Inszenierung von Botho Strauß’ „Groß und Klein/ Big and Small“, so scheint sich die Kritik bisher ausnahmslos einig, atemberaubend ist!
Bis zum 23. Dezember lief an der Sydney Theatre Company die umjubelte Inszenierung in der Regie von Benedict Andrews und mit Blanchett in der Hauptrolle. Und über ihre Darstellung der „Lotte“ überschlägt sich die australische Presse: Das Publikum brauche nach Ende der Vorstellung Minuten, bis es wieder atmen könne , war sich nicht nur der „Sydney Morning Herald“ sicher.
„Blanchett macht Lottes schmerzhafte, zerrissene Suche nach Erlösung in Botho Strauß’ Stück fast körperlich erfahrbar – und zugleich zu einem wunderbaren Erlebnis…“, schreibt „Variety“ zu dieser Episoden-Studie einer Frau und ihrer Entfremdung von Ehemann, Familie und der Welt.
„Groß und klein blickt in die Abgründe einer zerbrechenden Welt ... Sprachwitz und absurde Situationskomik wechseln mit plötzlichen Momenten größter Seelenqual. Blanchett spielt Lotte, diese bemitleidenswerte, mehr und mehr verwirrte und gleichzeitig zutiefst unschuldige Figur, in einer Mischung aus Verletzlichkeit und Leuchtkraft, dass es einem das Herz bricht“, schreibt last not least „The Australian“.
Die Inszenierung wurde in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen 2012 auf die Bühne gebracht. Nach einem Gastspiel im Théâtre de la Ville ist sie im Londoner Kulturprogramm zu den Olympischen Spielen 2012 vom 13. bis 29. April zu sehen – und vom 12. bis 20. Mai dann bei den ebenfalls koproduzierenden Wiener Festwochen. Da muss man davon ausgehen dass das Ruhrfestspiel-Publikum dieses Werk – und endlich Cate Blanchett AUF der Bühne erleben darf.
Der Fall der Götter:
Freuen darf sich das Publikum in und um das Revier aber auch schon jetzt auf „Der Fall der Götter“ nach dem Film „Die Verdammten“ von Visconti. Die Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Schauspielhaus Hamburg gehört dabei eigentlich genau hierhin. Denn darum geht’s:
Ruhrgebiet 1933. Joachim von Essenbeck, Seniorchef des familieneigenen Stahlkonzerns, feiert seinen Geburtstag im Kreise seiner Kinder. Mitten in die Feierlichkeiten platzt die Nachricht vom Brand des Reichstags. Es beginnt eine blutige Familientragödie von antiker Dimension über Machtmissbrauch, Feigheit und Perversion.
Hinter dem fiktiven Namen der Familie von Essenbeck kann man die Dynastie der Krupps erahnen, der legendären „Waffenschmiede der Nation“, die Luchino Visconti lose zu seinem Film „Die Verdammten“ von 1969 inspirierte. Er erzählt eine Art „Geschichte der Buddenbrooks in Nazideutschland“ im Spannungsfeld zwischen unternehmerischem Erfolg und Abhängigkeit vom Unrechtsregime. Stephan Kimmig bringt diesen Filmklassiker auf die Bühne – und, so das Hamburger Abendblatt, „ihm gelingt das Kunststück, große Themen wie die politische Verstrickung von Industrie und Nationalsozialismus farbig und fesselnd zu gestalten.“
Russische Autoren:
Drehen soll sich das übergreifende Thema der Ruhrfestspiele 2012, der Schwerpunkt des renommierten Festivals, übrigens um russische Autoren (wir berichteten bereits). Was man hier erwarten darf, ist natürlich noch ebenso unklar wie beispielsweise die Stücke des diesmal gänzlich neu aufgestellten Fringe-Festivals. Denn bis einschließlich 2011 wurden alle auftretenden Künstler durch Programm-Scouts der Ruhrfestspiele ausgesucht und eingeladen. Für dieses Jahr bestand erstmals die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme initiativ zu bewerben. Das wird spannend! Stattfinden wird das Fringe-Festival voraussichtlich vom 28. Mai bis 17. Juni.
Enttäuscht werden könnten allerdings Fans von Kevin Spacey, der dem renommierten Festival ja schon mehrfach seine Aufwartung gemacht hat. Das Bridge Project mit „Richard III“ wurde Anfang 2011 noch als Koproduktion u.a. mit den Ruhrfestspielen geführt. Nun nicht mehr. Und die offizielle Tour endet, so u.a. die UK Theatre Database, nach Stationen u.a. in Europa, China, Singapur und Qatar am 4. März an der Brooklyn Academy of Music in New York. Das wäre schade!
Die Ruhrfestspiele stellen ihr Programm am 18. Januar vor. Noch am gleichen Tag finden Sie ALLE Termine unter www.medienhaus-bauer.de.
Karten gibt es ab 19. Januar, 9 Uhr, in allen Geschäftsstellen des Medienhauses Bauer und unter 0 18 05 / 14 77 88 (ecotel, 0,14 €/Min. a. d. dt. Festnetz T-Com).
