„Die Empfehlung, die Realschule aufzugeben, entbehrt jeder Logik“

20. Dezember 2011 17:14

Leserbrief von Ulrich Schneider, Lünen, zum Bericht „Bleibt die Realschule auf der Strecke?“, WZ vom 19. Dezember (gekürzt)

Wenn eine Stadt einen dezidierten Verfechter der Gemeinschaftsschule als Schulgutachter beauftragt, braucht man sich nicht über die hahnebüchen unlogische Schlussfolgerung aus den Bestandsaufnahmen der vorhandenen Schulen zu wundern. Herr Dr. Ernst Rösner hat sich nicht zum ersten und zum letzten Mal z. B. in der Sendung „ZDF-Reporter“ vom 6. Mai 2010 für die Zerschlagung des bisherigen Schulsystems ausgesprochen.Dass er aus den Beschreibungen der Waltroper Schulen, in denen die Realschule als einzige Schule beschrieben wird, in der es überdurchschnittlich gut läuft (vgl. Waltroper Zeitung vom 19.12.), die Empfehlung ableitet, diese „auf gesicherte Akzeptanz in der Elternschaft“ sich berufen könnende Schule solle aufgegeben werden (...) entbehrt jeder Logik. Die einzige Logik, die dahinter steckt, ist in der schulpolitischen Einstellung von Herrn Dr. Rösner zu sehen (...). Er will die Gemeinschafts- oder zumindest die Gesamtschule, deren Bestand in Waltrop nicht nur wegen der überproportionalen Größe, sondern auch wegen der „zu hohen Kosten“ gefährdet ist. Das Zuckerstück – „die Realschule zunächst als Teilstandort der Gesamtschule umzuwandeln“ anzubieten – ist lediglich Augenwischerei(...)! Die Waltroper Bevölkerung und vor allem die, die gute Erfahrungen mit der Realschule gemacht haben, sollten nicht warten, bis Vorabentscheidungen und schul-politische Vorlieben trotz anders lautender realer Bedingungen die Schulpolitik und somit die Zukunft ihrer Kinder bestimmen.Es wird jetzt Zeit, dass dem Rat der Stadt – vermittelt durch Elterninitiativen – klar gemacht wird, dass eine über Jahrzehnte erfolgreiche und immer noch gewollte Realschule nicht schulpolitischen Spielchen geopfert werden darf.

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