Evonik-Pläne: Ein neues Kraftwerk zwischen Lünen und Waltrop?

Von Thomas König am 02. Mai 2010 16:17

WALTROP/LÜNEN. Baut Evonik in Lünen an der Moltkestraße noch ein neues Kraftwerk? Ein klares Ja oder Nein von Evonik gibt es dazu nicht. Doch es mehren sich klare Anzeichen, dass der Kraftwerksstandort an der Stadtgrenze zu Waltrop um einen 900-MW-Steinkohleblock erweitert werden soll.

Baurechtlich hat Evonik alle Trümpfe in der Hand: Der gültige Bebauungsplan aus den 70er-Jahren erlaubt an der Moltkestraße ein zweites Kraftwerk. Seit 1942 betreibt Evonik – ehemals Steag – hier ein 500 MW-Kraftwerk – nur einen Steinwurf vom Stummhafen mit dem fast fertigen Trianel-Kraftwerk entfernt.
Evonik-Sprecherin Dr. Edda Schulze bestätigte jetzt konkrete Planungen: „Wir arbeiten derzeit systematisch und sorgfältig an der Erstellung der entsprechenden Antragsunterlagen für die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zum Bau eines Steinkohlekraftwerkes in Lünen und werden diese nach Fertigstellung einreichen.“ Dabei handele es sich um einen Kraftwerksblock der 900-MW-Klasse. Zum zeitlichen Ablauf – wann das Kraftwerk beantragt oder gebaut werden soll – machte Evonik keine Angaben.
Schon vor zwei Jahren hatte Evonik bei der Bezirksregierung in Arnsberg eine Vorhabenbeschreibung vorgelegt. Man wolle den Standort sichern und Voraussetzungen schaffen, um bei Bedarf ein neuen Kraftwerk errichten zu können, hieß es seinerzeit.
Im letzten Jahr beantragte Evonik gemeinsam mit Trianel in der „Netzleitung Lünen GmbH“ den Bau einer Hochspannungs-Freileitung durch Oberlippe und Elmenhorst, um zwei neue Kraftwerke an das Netz anschließen zu können. Im Dezember 2009 genehmigte die Bezirksregierung in Münster die Stromtrasse, der BUND und drei Anlieger klagen dagegen.

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