Die Abiturprüfung: Für viele Dattelner Schüler wird sie auch künftig in der Nachbarstadt Olfen stattfinden. Schon heute wandern Jahr um Jahr etwa drei Schulklassen zu den Gesamtschulen der Nachbarstädte ab. --Foto: Archiv
Dr. Rösners Gutachten hatte die Stadt in Auftrag gegeben, um Fachwissen und Vorschläge für einen neuen Dattelner Schulentwicklungsplan in die Hand zu bekommen, der ab 2012 die Probleme anpacken und lösen soll.
Das Gutachten liegt der MorgenPost vor. Die Stadt weigert sich bisher, es öffentlich zu machen.
Die Gründung einer eigenständigen Dattelner Gesamtschule würde laut Rösner wie auch die Gründung einer Sekundarschule (gemeinsames Lernen bis Klasse zehn), die Nachbar-Gesamtschule in Olfen in ihrer Existenz gefährden. Denn fast jeder dritte „Olfener“ Gesamtschüler kommt aus Datteln. Rösner schreibt: Falls Olfen gegen eine Dattelner Gesamt- oder Sekundarschulgründung protestiert, würden die Aufsichtsbehörden „nach fachlichem Ermessen“ der Stadt Olfen Recht geben.
Rösner sieht auch darum die beste Chance für Datteln darin, Haupt- und Realschule zusammenzufassen – zu einer Rumpf-Gesamtschule für die Klassen fünf bis zehn. Die Oberstufe der „Dattelner“ Gesamtschule (Klassen 11 bis 13) sollte dann an der bereits bestehenden Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen bleiben. Also: keine Neugründung, kein Streit unter Städte-Nachbarn, sondern nur eine neue Wolfhelm-Schulabteilung in Datteln.
Dattelns Schulkommission – eine Runde aus Ratspolitikern und Stadtverwaltung – hat das Gutachten bereits am Mittwoch diskutiert – hinter verschlossenen Türen. Bei der Stadt heißt es nur, erst solle die Politik jetzt in Ruhe darüber beraten können. Vorher wolle man der Öffentlichkeit nichts dazu sagen.
Rösner fordert indes dringend eine Beteiligung der Eltern, Lehrer und Schüler, wenn man die Schullandschaft derart radikal umbauen müsse. Er erwartet zunächst insbesondere an der Realschule wenig Begeisterung für seinen Vorschlag. Die Stadt könne diese Reform zwar auch gegen den Willen der Schulkonferenzen (Eltern-, Lehrer- und Schüler-Vertreter einer Schule) durchsetzen. Ratsam sei es aber, diese „mitzunehmen“.
Dass die Stadt handeln muss, ist für Rösner dabei unumgänglich. Wenn sie nichts tue, werde die Hauptschule Hachhausen in wenigen Jahren mangels Schülern wohl vor der Auflösung stehen. Und die Realschule hätte dann in einer Stadt ohne Hauptschule ein Problem, sich weiter als „mittlerer“ Bildungsweg zu präsentieren.








