Bombendrohung gegen Umweltminister: Kraftwerk: Bürgerinitiativen protestieren mit einer Torte

20. Februar 2012 07:32

DATTELN/CASTROP-RAUXEL. Endlich hatten sie Gelegenheit, den NRW-Umweltminister Johannes Remmel persönlich zu sprechen: Dafür fuhren Dattelner und Waltroper Gegner des E.ON-Kraftwerks zum Bürgerhaus in die Altstadt von Castrop-Rauxel. Und sie planen bereits die nächste Aktion.

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Der Grüne Theo Beckmann (li.) trägt die Protest-Torte, Kraftwerksgegner Rainer Köster von der IG Meistersiedlung (2. v. re.) spricht NRW-Umweltminister Johannes Remmel (re.) an.

Bevor der grüne Minister den Neujahrsempfang seiner Castrop-Rauxeler Parteifreunde besuchte, stellte er sich den Fragen von Rainer Köster und anderen Vertretern der Bürgerinitiative IG Meistersiedlung aus Datteln sowie von Umweltschützern der Initiative „Pro Waltrop“. „Der Bau des Kraftwerks Datteln IV muss gestoppt werden“, sagte Rainer Köster dem Minister und hoffte vielleicht, in Remmel doch noch einen Verbündeten im Kampf gegen das sogenannte Zielabweichungsverfahren zum Kraftwerksbau zu finden. „Mit dem Verfahren soll der gerichtlich für rechtswidrig erklärte Kraftwerksstandort nachträglich legalisiert werden“, empörte sich Manfred Postel, Mitglied einer Castroper Initiative.

Eine Aussage des Ministers, dessen Landespartei vor der Wahl kritisch und nach der Wahl moderat zum E.ON-Kraftwerk steht, gab es dazu freilich nicht. Er bat um Verständnis dafür, sich zu einem „schwebenden Verfahren“ nicht äußern zu können. Eine im Auftrag der Bürgerinitiativen gefertigte Torte mit der Verzierung „Datteln IV – eine schwer verdauliche Zukunft – Torte ist besser“ nahm Remmel gerne entgegen. „Einen süßen Zahn hab‘ ich“, sagte er. Mehr aber auch nicht.

Für Samstag, 17. März, rufen Kraftwerksgegner und Umweltschützer unter dem Titel „Heimleuchten“ zu einer größeren Protestaktion als der symbolischen Torten-Übergabe auf. Ab 18 Uhr soll eine Menschenkette am Dortmund-Ems-Kanal in Datteln gebildet werden.

Für Aufregung hatte im Vorfeld des Minister-Besuchs ein Anruf des Landeskriminalamts bei den Grünen gesorgt. Es wurde der Hinweis gegeben, dass es eine Bombendrohung gegen Remmel gebe. Die Polizei in Recklinghausen stellte klar: Bei Auftritten des Umweltministers werde vorsichtshalber nach möglicherweise deponiertem Sprengstoff gesucht. Tierschützer hätten entsprechende Drohungen ausgesprochen. Ein Sprengstoff-Hund aus Düsseldorf kam zum Einsatz. Das Bürgerhaus durfte deshalb vor 18 Uhr nicht betreten werden. Andreas Kemna von den Grünen sagte: „Von solchen angeblichen Tierschützern lassen wir uns unsere Veranstaltung nicht diktieren.“

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