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Peter Witucki stellt in der Galerie art.ist aus
In der Galerie art.ist am Markt stellt Peter Witucki nach 2007 bereits zum zweiten Mal aus. An den Wänden hängen diverse Etuis, schlichte Holzkästen, deren Inhalt aus weiteren Mdf-Platten besteht. Sie lassen sich schieben, drehen, lassen sich mal locker, mal kompakt anordnen. „Das ganze Leben ist doch eine Baustelle“, philosophiert Witucki und wirft damit das Thema dieser Kunst in den Raum: die Frage nach Veränderbarkeit, die Frage, wann die Arbeit am Objekt abgeschlossen ist.
Bleistift-Zeichnungen nach strengen Parametern
Während diese Arbeiten Offenheit transportieren und keinem Handlungsmuster folgen, sind die Bleistiftzeichnungen des Künstlers von vornherein festgelegt. Peter Witucki bestimmt vor dem ersten Bleistiftstrich sämtliche Parameter des Kunstwerks, gibt dem Werk eine Nummer, nennt die Härte der Bleistiftmine, legt den Takt fest, den ein Metronom während der Schaffenszeit pro Strich vorgibt wie auch die Dauer dieser Periode. Schlussendlich die Zahl der Striche, die schon mal in die Millionen gehen kann.
Die Ergebnisse sind mal fein schraffierte Flächen in zartem Grau, wenn der Mine hart war, mal ähneln die Zeichnungen – mit weichem Stift – einem Webmuster.
Kunst ist bei Witucki auch der „Hackenporsche“, der im Fenster der Galerie steht. Ein schlichtes Fahrgestell, auf dem die Mdf-Platten scheinbar willkürlich angeordnet sind. Aber nur scheinbar. Eine leichte Geste von leichter Hand, eine farbige Platte wie zufällig angefügt, adelt das Gefährt zu Kunst.
Keine Veränderung nötig
Wer sich mit der Kunst des Recklinghausers auseinander setzt, der sich auch als Möbelbauer mit dem Baustoff Holz befasst, kommt vielleicht auf die Idee, die Etuis ständig zu verrücken. Kann er, muss er aber nicht, so der Künstler. „Meine Werke sind nicht mehr auf Veränderung angewiesen.“
Peter Witucki, Zurichtungen II, Galerie art.ist, Am Markt 21, ab 17. März, geöffnet samstags von 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung.