Echo auf Bochumer Ratsbeschluss: Kaufmannschaft will verkaufsoffene Sonntage erhalten

Von Peter Wulle und Michael Fritsch am 03. Februar 2012 18:07

CASTROP-RAUXEL. So überrascht wie erfreut hat Cityring-Vorsitzender Daniel Borgerding die Nachricht aufgenommen, dass in Bochum alle verkaufsoffenen Sonntage gestrichen wurden. „Für uns ist das gut“, sagt Borgerding.

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Als Vertreter der Castroper Kaufmannschaft hofft Daniel Borgerding auf mehr Umsatz, da in Bochum sonntags die Geschäfte nicht mehr öffnen dürfen.

Als Vertreter der Castroper Kaufmannschaft hofft er darauf, an den hiesigen zwei verkaufsoffenen Sonntagen mehr Kunden aus Bochum in die Altstadt ziehen zu können. „Das ist für uns einfach ein absoluter Vorteil“, ist Daniel Borgerding sicher.

Gleichzeitig baut er darauf, dass nicht auch hier im Stadtrat mal eine Mehrheit darauf kommt, die verkaufsoffenen Sonntage abzuschaffen. „Wir brauchen die“, betont Borgerding, „sonst würden wir uns im Wettbewerb mit den umliegenden Großstädten selbst beschneiden.“ 

Verkaufsoffene Sonntage unverzichtbar

Zwei verkaufsoffene Sonntage in der City hält er neben dem etablierten Night-Shopping an zwei Freitagabenden für unverzichtbar. „Ich denke, das ist absolut im Rahmen. Und gerade in Verbindung mit dem Frühlingsmarkt und dem Viktualienmarkt ist ein verkaufsoffener Sonntag sehr attraktiv, um das Wochenende abzurunden“, erklärt Borgerding.
 
Ebenfalls überrascht vom Bochumer Ratsbeschluss zeigte sich Udo Behrenspöhler, Chef des DGB-Ortsverbandes. Dieser war im Herbst der Allianz für den Sonntag beigetreten, die sich dem Kampf gegen die weitere Kommerzialisierung des Sonntags verschrieben hat. Auf deren Druck war die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von ursprünglich 13 auf zehn in diesem und im nächsten Jahr reduziert worden. 

"Politik muss verlässlich sein"

Akuten Handlungsbedarf sieht Behrenspöhler durch den Bochumer Beschluss allerdings nicht: „Unsere Beschlusslage unter dem aktuellen Eindruck zu revidieren, wäre kontraproduktiv. Politik muss verlässlich sein“, sagte er gestern. Deshalb sollten die zwei Jahre auch erst einmal so laufen. Je nach Entwicklung der Dinge müssten allerdings möglicherweise anschließend „neue Pflöcke“ gesetzt werden.

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